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Skipässe 2015/2016: Der große Preisvergleich

Der Winter steht vor der Tür und pünktlich dazu veröffentlicht Skigebiete-Test.de wieder die große Vergleichsstudie zur Entwicklung der Skipasspreise in Europa und Nordamerika. Als Vergleichsbasis dienten die Tagesskipasspreise für einen Erwachsenen in der Hauptsaison des kommenden Winters sowie der beiden vorangegangenen Winter in über 250 Skigebieten. Wichtigste Erkenntnisse: Im Durchschnitt fallen die Preiserhöhungen mit 2,51 Prozent etwas geringer aus als im Vorjahr. Überraschungen gibt es dagegen im Ländervergleich.

Erstmals Preissenkungen beim Tagesskipass

Über 250 Skigebiete waren Teil der Erhebung
© Skigebiete-Test.de Über 250 Skigebiete waren Teil der Erhebung

Unglaublich, aber wahr: Zum ersten Mal konnten wir beim jährlichen Vergleich Skigebiete ausmachen, bei denen sich der Tagesskipasspreis zur aktuellen Saison nicht erhöht, sondern verringert hat! Gleich sechs Skigebiete, darunter beispielsweise Bormio und Santa Caterina Valfurva in Italien oder das Crystal Mountain Resort in den USA, haben den Preis nach unten korrigiert. Hinzu kommen fast 60 Skigebiete, die den Vorjahrespreis beibehalten, das sind rund 20 mehr als in der letzten Saison. Dazu gehören unter anderem Balderschwang in Deutschland, Schwemmalm Ultental in Italien, welches im letzten Jahr noch zu den Spitzenerhöhern zählte, St. Johann in Tirol und das Alyeska Resort in den USA. Hervorzuheben ist außerdem, dass zur Gruppe der Nicht-Erhöher über 30 Skigebiete in der Schweiz zählen, darunter Größen wie Zermatt, Engelberg Titlis oder die Aletsch Arena

 

Insgesamt sind die Preise aber wieder gestiegen. Im Durchschnitt erhöhten die verglichenen Skigebiete ihren Tagesskipasspreis um 2,51 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die Erhöhung bei 2,58 Prozent, also etwas darüber. Zurückhaltend waren diesmal vor allem einige französische Skiorte. La Clusaz oder Le Grand Bornand beispielsweise, aber auch das italienische Carezza oder das österreichische Ramsau am Dachstein, erhöhten um weniger als einen Euro. In fast 90 Skigebieten wurde der Tageskartenpreis um genau einen Euro angehoben. Rund 60 Skigebiete drehten ordentlich an der Preisschraube und erhöhten den Skipass um zwei Euro oder mehr.

 

Auf dem Treppchen der Spitzenerhöher stehen in dieser Saison das Tamarack Resort sowie die Lutsen Mountains in den USA und Fieberbrunn in Österreich. Im Tamarack Resort wurden die Beschneiungsanlage ausgebaut, das Skigebiet erweitert und die Infrastruktur verbessert. In den Lutsen Mountains geht zu dieser Saison die neue Moose Mountain Gondola in Betrieb. Fieberbrunn hat sich gerade mit dem Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang zusammengeschlossen und bildet mit diesem eines der größten Skigebiete Österreichs. Rund 270 Pistenkilometer stehen Skifahrern nun hier zur Verfügung. Damit ist die Erhöhung des Skipasspreises um 9,50 Euro durchaus gerechtfertigt.

Geringe Erhöhungen in der Schweiz und Italien

© Skigebiete-Test.de

Zum dritten Mal in Folge schneidet die Schweiz im Ländervergleich am besten ab. Hier wurde der Tageskartenpreis im Durchschnitt um lediglich 0,72 Prozent beziehungsweise um 0,39 CHF angehoben. Berücksichtigen muss man hier aber unbedingt die Loslösung des Schweizer Franken vom Euro, die seit Januar 2015 eine Aufwertung um bis zu 30 Prozent mit sich bringt. Dadurch stellt Skiurlaub in der Schweiz trotz der geringen Erhöhungen ein teures Vergnügen dar.

 

Platz zwei geht diesmal nach Italien. Hier wurde um durchschnittlich 1,41 Prozent oder 0,59 Euro erhöht. Im Vergleich dazu zählten die italienischen Skigebiete in den beiden vergangenen Wintern mit einer Erhöhung von jeweils etwa 3 Prozent zu den Spitzenreitern im Ländervergleich. Den dritten Platz belegt Frankreich mit Preissteigerungen von 2,09 Prozent beziehungsweise 0,75 Euro.

 

Österreich, Deutschland sowie die USA und Kanada ziehen ihre Preise deutlich an: In Österreich kostet der Tagesskipass im Schnitt 3,26 Prozent (absolut 1,33 Euro) mehr als im Vorjahr, in Deutschland 4,08 Prozent (1,30 Euro) und in den USA 3,73 Prozent (2,93 USD). Spitzenreiter in Sachen Preiserhöhungen ist Kanada mit 4,94 Prozent (3,86 CAD).

0,82 Euro für den Pistenkilometer

Setzt man den Skipasspreis in Relation zur Anzahl der Pistenkilometer, so ergibt sich für diese Saison ein Durchschnittspreis von 0,82 Euro. Im Vergleich dazu kostete der Pistenkilometer im vergangenen Winter 0,80 Euro und in der Saison 2013/2014 0,79 Euro. Am meisten für sein Geld bekommt man nach wie vor im Riesenskiverbund Portes du Soleil. Hier ergibt sich ein Kilometerpreis von 0,08 Euro. Platz zwei geht zum wiederholten Mal an den französischen Verbund Les 3 Vallées mit 0,09 Euro pro Pistenkilometer. Gut abschneiden konnte auch Ski Arlberg in Österreich mit 0,15 Euro.

 

Das Preis-/Leistungsverhältnis ist in großen Resorts und Verbünden also scheinbar besser als in kleineren Skigebieten. Allerdings sollte man auch abwägen, ob man die schiere Anzahl von teilweise über 600 Pistenkilometern überhaupt an einem Tag entsprechend nutzt. So relativiert sich das Preis-/Leistungsverhältnis zu Gunsten kleinerer Skiorte wiederum.

Trend im Langzeitvergleich

Das Team von Skigebiete-Test.de behält für euch die Skipasspreise im Blick
© Skigebiete-Test.de Das Team von Skigebiete-Test.de behält für euch die Skipasspreise im Blick

Im Vergleich der aktuellen Skipasspreise mit den vergangenen beiden Wintern ergibt sich für die rund 250 Skigebiete der Studie eine jährliche Preiserhöhung um 2,6 Prozent. In rund 30 Skigebieten fand bereits seit mindestens zwei Jahren keine Preissteigerung statt, darunter beispielsweise Gstaad in der Schweiz, Bardonecchia in Italien oder Grosseck Speiereck in Österreich. Gut abgeschnitten haben im Langzeitvergleich auch das Schweizer Skigebiet Davos Klosters, Serre Chevalier in Frankreich, Oberstaufen Hündle in Deutschland oder die Bergbahnen See in Österreich. Hier wurde pro Jahr durchschnittlich um weniger als einen Euro erhöht. Starke jährliche Preisänderungen mit durchschnittlich bis zu über 17 Prozent weisen dagegen vor allem die Wintersportregionen in den USA und Kanada auf.

 

Und wie geht’s weiter mit den Skipasspreisen? Für die nächsten Jahre lassen sich weiterhin Preissteigerungen um durchschnittlich 2,5 Prozent prognostizieren. Gründe dafür liegen in den hohen Investitionskosten der Liftbetreiber. Instandhaltung und Erneuerung der Lift- und Beschneiungsanlagen, Skigebietszusammenschlüsse und –erweiterungen sowie Verbesserungen der Infrastruktur bringen Ausgaben in Millionenhöhe mit sich, die über den Skipasspreis wieder eingebracht werden müssen.  

Der große Preisvergleich 2015/2016 im Überblick

Durchschnittliche Erhöhung des Tagesskipasses auf Länderebene

  • Schweiz:       0,72 % (0,39 CHF)
  • Italien:           1,41 % (0,59 Euro)
  • Frankreich:    2,09 % (0,75 Euro)
  • Österreich:    3,26 % (1,33 Euro)
  • USA:             3,73 % (2,93 USD)
  • Deutschland: 4,08 % (1,30 Euro)
  • Kanada:        4,94 % (3,86 CAD)

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Gesamt: 2,51 % Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr

 

Preis pro Pistenkilometer in Europa

  • Skigebiete unter 100 Pistenkilometern: 1,05 Euro
  • Skigebiete über 100 Pistenkilometern:  0,32 Euro

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Durchschnittspreis pro Pistenkilometer in der Saison 2015/2016: 0,82 Euro

Über den Autor
erstellt am 19 Oct 2015
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Schade, dass Skifahren immer teurer wird... aber immerhin sind viele der Preiserhöhungen zumindest durch Investitionen und Verbesserungen gerechtfertigt.
Simon Höfle am 28 Oct 2015
Naja... mittlerweile ist es nunmal einfach so, dass Skifahren ein Sport ist, den sich nicht jeder unbedingt leisten kann?! Für eine Familie mit drei Kindern ist es denke ich nicht selbstverständl...
Ben Ammer am 28 Oct 2015
Das die Schweizer die geringsten Erhöhungen haben, war abzusehen. Die haben durch den schwachen Euro einfach keinen Spielraum mehr, wenn sie nicht auch noch den letzten Ski-Touristen vergraulen m...
Martin Bauer am 23 Oct 2015
Hmm im letzten Jahr waren die Preissteigerungen in Deutschland auch schon am höchsten. Günstiger Skiurlaub in Deutschland gibt's in Zukunft wohl auch nicht mehr.
Florian Weis am 19 Oct 2015
Ich hoffe die Stammgäste in Fieberbrunn sehen das auch so entspannt. Denn 9,50 EUR Preiserhöhung ist natürlich eine Hausnummer.
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