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Ischgl, Sölden, Lofer und auch Lech-Zürs nicht erreichbar

Als Redakteurin bei Skigebiete-Test habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht: Seit September 2016 bin ich leitend für den Content auf Deutschlands größtem Wintersportportal zuständig. Die Berge faszinieren mich schon immer und auf Skiern bin ich zum ersten Mal im Kindergarten gestanden. Infiziert bin ich auch mit dem Weltcup-Virus, sodass ich nur selten Alpin- und Biathlonrennen im TV verpasse... Mehr erfahren

aktualisiert am Jan 15, 2019

Nach einer kurzzeitigen Beruhigung spitzt sich seit Sonntagnachmittag die Lawinensituation in den Nordalpen wieder zu. Heftige Schneefälle sorgen für weit über 300 Straßensperrungen in Österreich und Bayern. Abbrechende Bäume, Schneeverwehungen und Unfälle verschärfen zusätzlich die Lage.

Mehrere Skiorte sind wohl bis mindestens Dienstagvormittag nicht erreichbar, darunter Ischgl, Sölden, Lofer, Rauris, Hochfügen, Balderschwang und Lech-Zürs. Am Montagabend kam auch Saalbach-Hinterglemm hinzu. In fünf Landkreisen in Südbayern herrscht zudem Katastrophenalarm. Viele Grenzübergänge zwischen Deutschland und Österreich sind gesperrt. 

Update am Dienstag (15.1.) um 12 Uhr: Mit der deutlichen Wetterbesserung werden auch die Straßensperrungen langsam weniger. Orte wie Saalbach-Hinterglemm, Ischgl und Galtür sind jetzt wieder erreichbar. Weitere Skiorte werden im Laufe des Dienstag oder spätestens am Mittwoch folgen.

Zehntausende Urlauber sitzen fest

Über 300 Straßen in Bayern und Österreich sind derzeit gesperrt wegen Lawinengefahr und Baumbruch. Darunter auch das Talende im Pitztal.
© Pitztal Tirol via Facebook   Über 300 Straßen in Bayern und Österreich sind derzeit gesperrt wegen Lawinengefahr und Baumbruch. Darunter auch das Talende im Pitztal.

Die Sperrungen reichen von Bayern über Tirol bis ins Salzburger Land und die Steiermark. Zehntausende Skiurlauber kommen vorerst nicht aus ihren Skiorten weg. Und auch neue Gäste kommen nicht hinein. Mindestens bis Montag nicht erreichbar sind unter anderem folgende Orte: Galtür, Ischgl, Sölden, Thiersee, Hochfügen, Stuben, Lech, Zürs, Unken, Lofer, St. Martin und Weißbach bei Lofer, Rauris, ObertauernSaalbach-Hinterglemm und Balderschwang.

Auch wichtige Verbindungen wie die Fernpasstraße in der Tiroler Zugspitz Arena oder der Felbertauern zwischen Salzburg und Osttirol sind von den Sperrungen betroffen. Umfahrungen sind nur sehr großräumig über die Autobahnen möglich. 

Zu Beginn der neuen Woche wird dann überall neu entschieden, ob eine Öffnung der gesperrten Straßen möglich ist. Es empfiehlt sich dringend die Internetseiten der einzelnen Skigebiete und Tourismusverbände für aktuelle Informationen regelmäßig zu prüfen. Eine sehr gute Übersicht zu den gesperrten Straßen gibt es beim Verkehrsservice des ÖAMTC.

Auch am Montag noch heftiger Schneefall

Jede Menge Neuschnee auch am Montag, 14. Januar. (Grafik mit weiteren Infos auf unserer Startseite)
Jede Menge Neuschnee auch am Montag, 14. Januar. (Grafik mit weiteren Infos auf unserer Startseite)

Wer zu Beginn der neuen Woche Fahrten in die Skigebiete mit gesperrten Straßen vermeiden kann, der sollte dies unbedingt tun. Ab Dienstagmittag ist dann Wetterbesserung in Sicht und die Lawinen können verbreitet abgesprengt werden. Vorher werden aber noch einmal zwischen 50 und 100cm Neuschnee erwartet. Es wird nahezu ohne Unterbrechung schneien bei starkem Wind. 

>> Aktuelle Schneehöhen in Österreich

Dort wo die Straßen nicht gesperrt sind, herrscht teils Schneekettenpflicht. Von Skitouren und Abfahrten im Tiefschnee ist weiterhin dringend abzuraten! Er herrscht in mehreren Regionen die höchste Lawinenwarnstufe 5!

Groß ist mittlerweile auch die Gefahr auf den schneebeladenen Dächern. Tausende Helfer in Bayern und Österreich schaufeln seit Tagen Dächer ab. Das anstehende Tauwetter verschärft die Situation noch, da der Schnee immer schwerer wird. In Bayern hilft durch den Katastrophenalarm unter anderem auch die Bundeswehr kräftig mit. 

>> Aktuelle Schneehöhen in Bayern

Drei Deutsche sterben unter Lawine

Hohe Lawinengefahr! Bitte verlasst auf keinen Fall den gesicherten Skiraum!
Hohe Lawinengefahr! Bitte verlasst auf keinen Fall den gesicherten Skiraum!

Auch am Wochenende ist die Zahl der Lawinentoten weiter gestiegen. Eine Skifahrergruppe aus Deutschland wurde am Samstag in Lech auf einer gesperrten Route von einer Lawine erfasst. Drei der vier Männer konnte nur noch tot geborgen werden. Der vierte Skifahrer wird noch vermisst.  Es ist absolut unverständlich, wie sich immer wieder Wintersportler in große Lebensgefahr bringen und abseits der gesicherten Pisten fahren. 

Besonders dreist war das Verhalten von zwei leichtsinnigen Salzburger Wintersportlern iim Tiefschneegebiet bei Mayrhofen. Sie hörten im Gegensatz zu ihren zwei deutschen Freunden nicht auf die  Anweisungen der Bergretter und fuhren stattdessen noch weiter in die Horbergschlucht hinein. Als sie nicht mehr weiterkamen, informierten auch sie die Rettung. Die kämpfte sich eine Stunde durch den brusthohen Tiefschnee. Den Salzburgern ging das allerdings zu langsam und sie riefen viermal bei den Bergrettern an und fragten unfreundlich nach, wie lang es denn jetzt noch dauern wird. Auf die Frage, warum sie denn überhaupt in das unwegsame Gelände gefahren sind, wurden die Retter zudem nur angeschnauzt und beschimpft. 

Lawine trifft Hotel in Balderschwang

Am frühen Montagmorgen wurde ein Hotel in Balderschwang von einer Lawine erfasst. Die Fenster im Wellnessbereich wurden eingedrückt und auch in zwei Zimmer drang der Schnee ein. Verletzte wurde zum Glück niemand. Die rund 100 Urlauber werden auf andere Hotels verteilt. Der Skiort im Allgäu ist seit Sonntag von der Außenwelt abgeschnitten, da die Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt sind. Rund 1100 Einheimische und Gäste sitzen dort fest. 

Auch Hotel in der Ramsau getroffen

In der Nacht auf Dienstag wurde in Ramsau am Dachstein ebenfalls ein Hotel sowie ein Apartmenthaus von einer Lawine getroffen. Der Schnee drückte die Fenster ein und stand unter anderem im Speisesaal mehr als ein Meter hoch. Die 60 Gäste wurden zum Glück nicht verletzt. 

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