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Lawinenwarnstufe 5 - Immer mehr Skiorte nicht erreichbar

Anhaltender Schneefall und starker Wind halten die Nordalpen weiterhin in Atem. Seit über einer Woche schneit es in Österreich beinahe ununterbrochen und viele Orte versinken in meterhohem Schnee. Deshalb ist nun in weiten Teilen Österreichs die höchste Lawinenwarnstufe 5 erreicht.

Auch den ganzen Donnerstag ist noch mit erheblichen Schneemengen zu rechnen. In Vorarlberg, Nordtirol, Salzburg, der Obersteiermark und in den Alpen Nieder- und Oberösterreichs soll es noch bis Freitagfrüh schneien. Die Verschnaufpause danach ist jedoch nur kurz, denn spätestens am Sonntag werden erneut starke Schneefälle erwartet. Deshalb bleibt auch die Lawinensituation weiterhin kritisch.

Höchste Lawinenwarnstufe 5

Die Lawinengefahr ist sehr hoch. Macht keine Ausflüge ins freie Gelände!
© Skigebiete-Test.de / Poschinger Die Lawinengefahr ist sehr hoch. Macht keine Ausflüge ins freie Gelände!

Die Lawinengefahr in den Nordalpen wurde am Mittwoch noch einmal nach oben gestuft. Bereits seit Dienstagabend gilt in der nördlichen Oststeiermark die höchste Lawinenwarnstufe 5, die seit Mittwoch auch für die niederösterreichischen Ybbstaler Alpen um im alpinen Süden Oberösterreichs herrscht. Mittlerweile wurden auch die Nördlichen Kalkalpen in Salzburg auf die Stufe 5 angehoben. Das schlechte Flugwetter macht zudem Lawinensprengungen kaum möglich, weshalb die Gefahr von Selbstauslösungen und riesigen Schneebrettern zunimmt.

>>Hier geht's zu den Schneehöhen in Österreich!

Wie gefährlich die Lage ist, zeigen die Lawinenopfer. Bereits am Dienstag stürzte ein 62-jähriger Lehrer auf der Mariazeller Bürgeralpe in der Steiermark über den Pistenrand in fünf Meter tiefen Schnee. Die Bergrettung konnte den Mann nicht mehr lebend bergen. In Tirol wurde am Mittwoch ein 16-Jähriger im freien Skiraum bei einem Lawinenabgang getötet. In Salzburg am Großvenediger erfassten die Ausläufer eines Schneebretts sechs Schüler aus Halle an der Saale sogar auf einer gesicherten Piste und verschüttete diese zum Teil. Glücklicherweise wurde nur ein Mädchen leicht verletzt.

Skigebiete bleiben geschlossen

Deshalb haben viele Skigebiete ihren Betrieb eingestellt oder zumindest stark eingeschränkt. In Niederösterreich bleiben zum Beispiel die Skigebiete Lackenhof am Ötscher, Maiszinken, Gemeindealpe und Hochkar geschlossen. Hochkar und die Hochkar-Alpenstraße wurden am Mittwoch sogar zum Katastrophengebiet erklärt. Auch am Diedamskopf bleiben die Lifte am Berg geschlossen und nur die Anlagen im Tal sind geöffnet. Gleiches gilt für Silvretta Montafon.

Ski-Weltcup abgesagt

Aufgrund der hohen Lawinengefahr und ungünstiger Wettervorhersagen wurde nun auch der Ski-Weltcup der Damen in St. Anton am Arlberg abgesagt. Das Kandahar-Rennen war am 12. und 13. Januar geplant.

Zahlreiche Straßensperrungen

Der Flexenpass in Lech Zürs bleibt wegen Lawinengefahr gesperrt.
via Facebook   © Lech Zürs am Arlberg Der Flexenpass in Lech Zürs bleibt wegen Lawinengefahr gesperrt.

Die hohe Lawinengefahr und umstürzende Bäume sind Grund dafür, dass zahlreiche Straßen gesperrt werden. Beispielsweise sind in Vorarlberg die Orte Warth, Stuben, Lech und Zürs am Arlberg sowie Gargellen im Montafon nicht mehr erreichbar. Seit Donnerstagfrüh ist die L200 zwischen Schoppernau und Schröcken vorübergehend wieder geöffnet.

In Tirol waren am Mittwoch die Orte Kühtai, Galtür, Hochfügen, St. Leonhard im Pitztal, die Gemeinde Kaunertal und Ginzling im Zillertal von der Außenwelt abgeschnitten. Galtür und St. Leonhard sind seit Donnerstagmorgen wieder erreichbar. Auch in der Oststeiermark sitzen aufgrund von Straßensperrungen rund 2.250 Menschen seit Tagen in ihren Orten fest. Durch umgestürzte Bäume kommt es auch immer wieder zu Stromausfällen.

In Oberösterreich waren rund 50 Straßen gesperrt, darunter auch die großen Passstraßen Phyrnpass, Hengstpass und Koppenpass. In Salzburg waren vor allem der Süden des Hochkönigmassivs, der Gosaukamm sowie das Hagen- und Tennengebirge betroffen. Hier waren die Orte Rußbach, Weißbach und Obertauern abgeschnitten.

Einen Überblick über die aktuelle Verkehrssituation findest du auf der Seite des ÖAMTC.

Die schönen Seiten des vielen Neuschnees zeigt unsere Foto-Strecke: Winterwunderland.

Schnee-Chaos in Bayern

In Schönau am Königssee liegt der Schnee 2,40m hoch.
via Facebook   © Gasthof Vorderbrand In Schönau am Königssee liegt der Schnee 2,40m hoch.

Auch vor Bayern macht die Schneewalze nicht Halt. Deshalb ist in den bayerischen Skigebieten der Skibetrieb ebenfalls eingeschränkt, da im Alpenbereich schon Lawinenwarnstufe 4 gilt. Nachdem am Mittwoch bereits in Miesbach wegen der hohen Schneelast auf den Dächern der Katastrophenfall ausgerufen wurde, gilt dieser seit Donnerstag auch für den Landkreis Berchtesgaden. In der Gemeinde Marktschellenberg ist gestern eine Lawine abgegangen, bei der aber zum Glück niemand verschüttet wurde. In der Region Berchtesgaden und auch bei Bad Tölz sitzen Menschen in ihren Orten fest und werden per Lastwagen mit Lebensmitteln versorgt.

Im Gesamtnetz der Bayerischen Oberlandbahn ist der Zugverkehr eingestellt. Wegen der schlechten Witterungsbedingungen kann die BOB seit Donnerstag nun auch den Schienenersatzverkehr größtenteils nicht mehr anbieten.

>> Hier geht's zu den Schneehöhen in Bayern

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erstellt am 10 Jan 2019
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