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Skifahrer sitzen am Stubaier Gletscher fest – Auch Sölden nicht mehr erreichbar

Als Redakteurin bei Skigebiete-Test habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht: Seit September 2016 bin ich leitend für den Content auf Deutschlands größtem Wintersportportal zuständig. Die Berge faszinieren mich seit jeher und auf Skiern stand ich zum ersten Mal im Kindergarten. Absolut infiziert bin ich auch mit dem Weltcup-Virus und verpasse im Winter nur selten Rennen im TV.... Mehr erfahren

aktualisiert am Nov 18, 2019

Heftige Schneefälle am Berg, Starkregen im Tal: In Tirol, Oberkärnten, Südtirol und dem Salzburger Land spitzt sich am Sonntag die Lage durch umgestürzte Bäume, Lawinen, Erdrutsche und Überflutungen zu. Mehrere Täler sind nicht mehr erreichbar, darunter auch das bekannte Ötztal mit den bereits geöffneten Skigebieten in Sölden und Obergurgl-Hochgurgl. Am Stubaier Gletscher sitzen seit dem Nachmittag 250 Personen fest, da die Zufahrtsstraße nach einem Lawinenabgang gesperrt ist.

Kleinbus von Ausläufer einer Lawine erfasst

Am Sonntagvormittag waren viele Wintersportler zum Stubaier Gletscher.geströmt, um den vielen Neuschnee auskosten zu können. Mittags wurde das Skigebiet dann wegen Sturm geschlossen.
© Webcam Stubaier Gletscher Am Sonntagvormittag waren viele Wintersportler zum Stubaier Gletscher.geströmt, um den vielen Neuschnee auskosten zu können. Mittags wurde das Skigebiet dann wegen Sturm geschlossen.

Bereits seit Freitag sind die Skigebiete am Mölltaler, Kaunertaler und Schnalstaler Gletscher aufgrund von Lawinengefahr gesperrt. Am Stubaier Gletscher hatte man am Sonntagmorgen entschieden, das Skigebiet nach zwei Schließtagen wieder zu öffnen. 250cm Schnee liegen dort aktuell am Berg. Viele Skifahrerer strömten herbei um den frischen Powder zu genießen. Bereits Sonntagmittag wurde das Skigebiet aber wegen des stürmisches Wetters wieder geräumt und die Wintersportler nach Hause geschickt.

Bei der Abreise kam es zu einem Vorfall auf der Stubaitalstraße, als gegen 14 Uhr ein Kleinbus mit deutschem Kennzeichen von dem Ausläufer eines Lawinenkegels erfasst wurde. Die sechs Insassen konnten sich selbst befreien und blieben zum Glück unverletzt. Die Straße wurde daraufhin gesperrt.

Gegen 14 Uhr traf eine Lawine die Straße zum Stubaier Gletscher. Mehrere Skifahrer waren da gerade auf dem Heimweg.
© Endre Egrenyi Gegen 14 Uhr traf eine Lawine die Straße zum Stubaier Gletscher. Mehrere Skifahrer waren da gerade auf dem Heimweg.

Die restlichen 250 Personen, die die Straße noch nicht passiert hatten, wurden von den Gletscherbahnen im Hotel an der Talstation sowie den Räumlichkeiten der Bergbahnen untergebracht und versorgt. Dort bleiben sie mindestens bis Montag. Dann soll mit Hilfe von Lawinensprengungen die Straße wieder befahrbar gemacht werden.

Update Montag, 18.11: Die Stubaier Gletscher Straße wird um 14.30 Uhr talauswärts (Richtung Neustift) wieder geöffnet. Eine Abreise der eingeschlossenen Personen ist damit möglich.

Straße durchs Ötztal seit 10 Uhr gesperrt

Bereits am Sonntagvormittag gegen 10 Uhr wurde die Bundesstraße zwischen Längenfeld und Sölden wegen Lawinengefahr gesperrt. Auch am Abend hatte sich die Situation noch nicht gebessert, sodass die Sperre bis auf weiteres verlängert wird. Am Montagmorgen wird dann über die Situation neu entschieden. 83cm Neuschnee sind allein in den letzten 48h in Sölden gefallen. Die Schneehöhe am Berg ist damit auf 275cm angewachsen. Weitere 80cm Neuschnee sollen bis Dienstag noch hinzu kommen!

>> Neuschneeprognosen Österreich

Das Gletscherskigebiet in Sölden ist bereits seit Freitag geschlossen. Zu groß war die Gefahr aufgrund der großen Neuschneemassen. Lediglich das niedrig gelegenere Winterskigebiet hatte mit einigen Liften geöffnet. In Obergurgl-Hochgurgl, die erst am vergangenen Donnerstag in die neue Skisaison gestartet sind, blieb das Skigebiet am Sonntag ebenfalls zu geschlossen.

Update Montag, 18.11.: Die Bundesstraße zwischen Sölden und Längenfeld wurde am Montagmorgen wieder geöffnet. Auch die Straße zum Skigebiet nach Gurgl ist wieder befahrbar. Die Skigebiete sind wieder geöffnet. Weiterhin gesperrt bleibt die Verbindung von Sölden nach Vent.

Massive Lawinenabgänge in Martell und Prägraten

Zwei gewaltige Lawinen mit viel nassem Schnee sind am Sonntag auch in Prägraten in Osttirol sowie in Martell in Südtirol abgegangen. Das Video eines Bewohners in Martell zeigt die enorme Kraft der Lawine, die sich am Sonntagmorgen durch die Straßen des Ortes gewälzt hat. Verletzt wurde zum Glück niemand. Mehrere Häuser wurden von der Lawine beschädigt und daraufhin evakuiert.

>> Unwetterwarnung: Erneut über 100cm Neuschnee gemeldet

Zivilschutzalarm in mehreren Gemeinden

Während auf den Bergen der Schnee für Chaos sorgt, ist es in vielen tiefergelegenen Tälern der starke Regen, der die Hochwasser- und Murengefahr steigen lässt. In vier Gemeinden im Salzburger Land gilt seit Sonntagabend Zivilschutzalarm: Die Bewohner in Muhr (Lungau) sowie Großarl, Hüttschlag und Hofgastein (Pongau) sollen ihre Häuser nicht verlassen.

Auch in den drei Kärntner Gemeinden Obervellach, Reißeck und Berg in Drautal wurde die Zivilschutzwarnung ausgelöst. In Obervellach im Ölltal und in der Gemeinde Reißeck wurden noch am Sonntagabend zahlreiche Häuser evakuiert, da ein Hang abzurutschen droht bzw. ein Bach starkes Hochwasser führt. 

Insgesamt ist die Lage in allen Regionen angespannt. Neben den vielen Straßensperren sind über 3000 Haushalte ohne Strom. Die Bahnstrecke ist aufgrund von umgestürzten Bäumengroßteils gesperrt. Von Autofahrten wird dringend abgeraten! 

Update Montag, 18.11.: Die Murenabgänge und Überflutungen häufen sich. Immer mehr Zufahrtsstraßen in die Täler sind nicht mehr befahrbar, unter anderem der Weg ins Gasteinertal und ins Pustertal. In der Steiermark wurde die Gemeinde Stadl an der Mur wegen Hangrutschgefahr zum Katastrophengebiet erklärt. In Bad Kleinkirchheim starb am Montagnachmittag ein Mann in seinem Haus. Es wurde von Schlammassen getroffen. In Bad Gastein hat eine Mure zwei Häuser verschüttet, die Bewohner konnten hier aber gerettet werden.

>> Alle Straßensperren in Österreich

>> Alle Straßensperren in Südtirol

Tourengeher ignorieren Warnungen

Unfassbar: Trotz der hohen Lawinengefahr, die auf der Südalpenseite überall bei der zweithöchsten Stufe 4 liegt, kommt es in diesen Tagen immer wieder vor, dass sich  Tourengeher ins freie Gelände aufgemacht haben. Damit riskieren sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das der Retter und der Personen, die von den Schneebrettern in weiterer Folge noch erfasst werden.

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Forum und Usermeinungen

Elisa Hoffmannvor 9 Monaten
Gut
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