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Auf den Gletschern: Weltcup-Profis starten ins Training

Als Redakteurin bei Skigebiete-Test habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht: Seit September 2016 bin ich leitend für den Content auf Deutschlands größtem Wintersportportal zuständig. Die Berge faszinieren mich seit jeher und auf Skiern stand ich zum ersten Mal im Kindergarten. Falls ihr Fragen oder Anregungen zu Skigebiete-Test habt, könnt ihr mich jederzeit per E-Mail unter der... Mehr erfahren

aktualisiert am Mar 16, 2021

Während sich die Amateursportler noch ein paar Tage gedulden müssen, absolviert so mancher Weltcup-Athlet bereits erste Technikeinheiten und Materialtests auf Schnee. Den Anfang machte nach der zweimonatigen Zwangspause das österreichische Team in Tirol. Aber auch in Slowenien, Frankreich und Skandinavien wurden schon Weltcupfahrer gesichtet.

>> Grenzen öffnen: Hier könnt ihr bald wieder Skifahren

ÖSV testet knapp 1000 Personen auf Corona

Ein Teil des ÖSV-Teams befindet sich aktuell am Kaunertaler Gletscher.
© Kaunertaler Gletscher Ein Teil des ÖSV-Teams befindet sich aktuell am Kaunertaler Gletscher.

Bereits Anfang Mai ist das Team des österreichischen Skiverbands (ÖSV) ins Sommertraining auf Schnee gestartet. Dies war nur möglich, da sich im Land gleich mehrere Gletscherskigebiete befinden und die Regierung bereits Ende April grünes Licht für die Einheiten samt Betrieb der Seilbahnen vor dem offiziellen Start am 29. Mai gegeben hat.

Trainiert wird abwechselnd in Kleingruppen auf den Gletschern im Kaunertal und in Sölden. Rund 200 Personen umfasst ein Tross. Insgesamt sind es knapp 1000 Personen, die seit fast einem Monat getestet werden. Dabei kam Mitte Mai auch der positive Fall eines ÖSV-Abfahrers ans Licht. Dieser war bis dahin nahezu ohne Symptome und dementsprechend überrascht vom Testergebnis. Wenige Tage später wäre er am Kaunertaler Gletscher zum Training eingeteilt gewesen. Stattdessen wurden der Abfahrer, dessen Namen vom ÖSV nicht genannt wird, und seine Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt. Angesteckt hat er sich wohl in einem privaten Trainingszentrum. 

Zwar nicht mit Corona, dafür aber mit einer Rücktrittsmeldung macht Anna Veith aktuell Schlagzeilen. Sie verkündete am Samstagabend, 23. Mai, den Abschied vom Weltcupzirkus. Trotz der vielen Verletzungen ein doch überraschender Schritt: Erst vor drei Wochen hatte der ÖSV den Kader für die neue Saison bekanntgegeben und da war die 30-Jährige noch als Mitglied der Nationalmannschaft gelistet.

>> Ski Alpin: Das sind die Weltcup-Kader der Saison 2020/2021

Italiener und Franzosen starten Anfang Juni

Blick auf die Pisten am Stilfser Joch (Webcam).
Blick auf die Pisten am Stilfser Joch (Webcam).

Bereits in den Startlöchern für die ersten Trainingseinheiten auf Schnee steht das italienische Team um Dominik Paris und Federica Brignone. Sie werden in mehreren Kleingruppen ab 1. Juni im Sommerskigebiet am Stilfser Joch zu Gast sein. Und das exklusiv: Der italienische Verband hat für seine Athleten das Gletscherskigebiet für den kompletten Juni reserviert. Das Skigebiet am Passo Stelvio ist das einzige in Italien, das im Sommer geöffnet hat. Für die Allgemeinheit sind die Pisten am beliebten Hochgebirgspass dann frühestens ab Juli zugänglich. 

Ebenfalls in der ersten Juniwoche werden die Franzosen wieder ins Gletschertraining einsteigen. Die entsprechenden Ministerien der französischen Regierung haben grünes Licht für einen Start ab 6. Juni in Les 2 Alpes gegeben. Ab 27. Juni ist das Gletscherskigebiet auf über 3000 Metern dann für die Allgemeinheit wieder geöffnet. Das Training der Ski-Asse wird auch in Frankreich ausschließlich in kleineren Gruppen und mit besonderen Hygieneregeln stattfinden. 

Einen kleinen Vorsprung im französischen Team hat Aushängeschild Alexis Pinturault. Er stand in dieser Woche bereits in seiner Heimat in Courchevel auf Skiern und absolvierte die ersten Trainingseinheiten auf einer Piste, die nur für ihn präpariert worden ist. Statt mit der Seilbahn ging es mit einem Schneescooter wieder hoch auf den Berg. 

 

Auch in Slowenien und Skandinavien wird trainiert

Bereits seit Mitte Mai ist auch das slowenische Team wieder am Trainieren. Sie nutzen die noch überraschend guten Bedingungen im kleinen Skigebiet Bovec Kanin, das direkt an der italienischen Grenze liegt. Die Freude bei Ilka Stuhec über die Möglichkeiten auf Schnee ist groß und führt zu so manchem Freudentänzchen. 

Ebenfalls erste Materialtests und Trainingseinheiten haben in den vergangenen Wochen so manche Wintersportler in Norwegen und Schweden absolviert. Dort haben Skigebiete bereits seit Ende April wieder geöffnet oder wurden durch die sehr abgelegene Lage in Lappland während der Corona-Pandemie nie geschlossen. 

Schweizer warten noch auf grünes Licht

Ungeduldig warten derzeit die Schweizer Ski-Asse auf neue Nachrichten aus Bern. Hier ist immer noch unklar, wann genau die Gletscherskigebiete wieder öffnen dürfen. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem 8. Juni, an dem der Bundesrat die nächsten Lockerungen im Land umsetzen will. Ob dann auch die Seilbahnen unter entsprechenden Auflagen wieder fahren, ist bisher zwar noch nicht sicher - allerdings laut Fachkreisen sehr wahrscheinlich. In der Schweiz gibt es im Sommer zwei Gletscherskigebiete: Zermatt und Saas-Fee. Spätestens im Juli will der Schweizer Skiverband aber dort starten und mit Materialtests und Technikeinheiten den Grundstock für die neue Saison legen. 

DSV wollte auf der Zugspitze trainieren

Über 220cm Schnee liegen aktuell noch auf der Zugspitze.
© www.foto-webcam.eu   Über 220cm Schnee liegen aktuell noch auf der Zugspitze.

Auf der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg, wollte der Deutsche Skiverband gerne seine Materialtests durchführen und sich so einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Über 220cm Schnee liegen dort aktuell noch. Eine im April gestellte Ausnahmegenehmigung wurde aber von den bayerischen Behörden abgelehnt. Ein Training auf anderen Alpengletschern kam zudem aufgrund der geschlossenen Grenzen und der anschließenden Quarantäne-Verordnung nach der Rückkehr nicht in Frage. Zum 15. Juni werden die Grenzen in die Nachbarländer nun geöffnet und dann werden auch Viktoria Rebensburg, Josef Ferstl und Thomas Dressen sicher auf einem Alpengletscher zum Training auftauchen. 

Die unter anderem vom DSV geplanten Trainingslager auf der Südhalbkugel werden heuer wohl sicher nicht stattfinden. Stattdessen müssen sich die Sportler in der Heimat oder den Nachbarländern auf den Weltcup vorbereiten, der nach aktuellem Planungsstand traditionell Ende Oktober in Sölden starten soll. Ob dann nur europäische Weltcuporte angesteuert werden oder weltweit steht bisher noch nicht fest. 

Übrigens: Auch auf der andere Seite des großen Teichs sind die Sportler zum Warten verdammt. In den USA müssen sich Mikaela Shiffrin, Ted Ligety und Co. ebenfalls noch gedulden, wann so manche Sommerskigebiete wie Mammoth Mountain definitiv öffnen dürfen. 

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