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Snowfarming: Das ist doch Schnee von gestern?!

Es ist erst Anfang Oktober und doch stehen in Kitzbühel schon bald wieder die ersten Skifahrer auf den Brettern. Aber wie geht das – liegt das Tiroler Skigebiet doch weder außergewöhnlich hoch noch verfügt es über einen Gletscher? Möglich ist der frühe Skibetrieb durch sogenanntes Snowfarming, bei dem der Schnee der letzten Saison konserviert wird. Skigebiete-Test.de erklärt, wie das funktioniert, warum man das macht und wo Snowfarming betrieben wird.

Was ist Snowfarming und wie funktionierts?

In Kitzbühel wird das Schneedepot zunächst mit Hartschaumplatten und Folie abgedeckt.
© Bergbahn AG Kitzbühel In Kitzbühel wird das Schneedepot zunächst mit Hartschaumplatten und Folie abgedeckt.

Snowfarming, also wörtlich übersetzt das "Anbauen von Schnee", bedeutet schlichtweg, dass man sich am Ende der Wintersaison etwas Schnee aufhebt, um diesen zu Beginn der neuen Saison wieder nutzen zu können. Dazu sammelt man am letzten Betriebstag den verbliebenen Schnee zu einem großen Haufen zusammen und bringt ihn in ein sogenanntes Schneedepot. Mit Hilfe von Pistenfahrzeugen wird die weiße Pracht zu einem Trapez geformt und verdichtet.

Anschließend isoliert man das Schneedepot mit Hartschaumplatten oder in tieferen Lagen (beispielsweise zum Einsatz in Langlaufgebieten) mit Hackschnitzeln oder Sägespänen. Um den Schnee zusätzlich vor eindringendem Wasser zu schützen, wird darüber noch eine Silofolie gelegt. Als letzte Schicht kommt ein Vlies auf das Depot, das den Schnee vor Sonne- und UV-Strahlung schützt. 

Pünktlicher Saisonbeginn dank Schneedepots

Während des Sommers wartet der Schnee der letzten Saison auf seinen erneuten Einsatz im Herbst.
© Bergbahn AG Kitzbühel Während des Sommers wartet der Schnee der letzten Saison auf seinen erneuten Einsatz im Herbst.

Wenn dann der Herbst kommt und die Temperaturen kühler werden, hat die Stunde des Altschnees geschlagen. Das Schneedepot wird aufgedeckt und der Schnee auf der Piste verteilt. Das ganze Prozedere dauert etwa eine Woche, dann kann der Schnee wieder zum Skifahren genutzt werden.

Aber warum macht man das eigentlich? Ganz einfach: Im Gegensatz zum frischen Neuschnee ist man beim Snowfarming weniger auf das passende Wetter angewiesen. Natürlich ist es auch für den „Schnee von gestern“ gut, wenn er nicht sofort wieder wegschmilzt, allerdings bietet er den Vorteil, dass sich das Skigebiet bereits längere Zeit im Voraus auf einen Termin zum Saisonstart festlegen kann und nicht von spontanem Schneefall abhängig ist.

Dies wiederum ist natürlich entscheidend für die Vermarktung, da viele Gäste schon im Spätsommer beziehungsweise zum Herbstbeginn anfangen, ihren Skiurlaub zu planen. Daneben profitieren auch zahlreiche Profisportler davon, bereits im Herbst die ersten Pisten fürs Training nutzen zu können - neben Kitzbühel ist das vor allem für die Bergbahnen in Saalbach-Hinterglemm und Sölden ein relevantes Thema.

Kitzbühel: Frühester Saisonstart aller Zeiten

In Kitzbühel startet die Wintersaion dank Snowfarming in diesem Jahr bereits am 14. Oktober.
© Bergbahn AG Kitzbühel In Kitzbühel startet die Wintersaion dank Snowfarming in diesem Jahr bereits am 14. Oktober.

Kitzbühel kann dank Snowfarming jedes Jahr als eines der ersten Nicht-Gletscher-Skigebiete in die Wintersaison starten. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Altschnee-Verwertung, die sich zuvor nur auf den Bereich Resterhöhe bezog, ausgedehnt auf die Bereiche Hahnenkamm/Walde und Gaisberg. Letzteres ermöglicht einen rechtzeitigen Rodelbetrieb in Kirchberg.

Saisonstart am 14. Oktober

Heuer wird in Kitzbühel ab dem 14. Oktober 2017  im Gebiet Resterkogel/Resterhöhe der Skibetrieb an der 8er Panorama-Gondelbahn Kitzbüheler Alpen gestartet. Am Hahnenkamm kann man ab dem 26. Oktober 2017 die ersten Schwünge in den Schnee am Waldehang ziehen - so früh wie noch nie!

Snowfarming im nordischen Wintersport

Snowfarming Davos | 02:24

In Skandinavien wird Snowfarming bereits seit über 20 Jahren zur Präparierung der ersten Langlaufloipen angewandt. Mittlerweile ist auch im Alpenraum die Nutzung von Schneedepots im nordischen Wintersport verbreitet. Eines der Paradebeispiele hierfür ist Davos Klosters, wo Langläufer bereits ab Ende Oktober die ersten Loipen nutzen können.

Auch in der Olympiaregion Seefeld werden seit 2015 jährlich rund 6.000 Kubikmeter Schnee konserviert. So kann dann bereits im November eine 1,5 Kilometer lange und 6 Meter breite Trainingsloipe freigegeben werden.

Sommer-Langlauf in Livigno

Aktueller Blick auf das Schneedepot in Livigno (Stand 02.10.2017)
© Azienda di Promozione e Sviluppo Turistico GmbH Aktueller Blick auf das Schneedepot in Livigno (Stand 02.10.2017)

In Ramsau am Dachstein sowie im italienischen Livigno nutzt man die Methode ebenfalls - in Livigno findet dank Snowfarming sogar mitten im Sommer ein jährliches Langlaufevent statt, das traditionelle "Trofeo delle Contrade". Die erste Winterloipe eröffnet in dieser Saison am 15. Oktober 2017 und bietet Profisportlern optimale Bedingungen für die World Cup Vorbereitung. Hobbysportler dürfen hier aber ebenfalls schon im Oktober dem Wintersport frönen. Die Snowfarm in Livigno hat sogar eine eigene Webcam!

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Snowfarming Davos | 02:24
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erstellt am 2 Oct 2017
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