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Corona-Maßnahmen der Skigebiete in USA und Kanada

Auf Skiern stand ich schon als Kind und kann es seitdem jeden Winter aufs Neue kaum erwarten wieder auf die Piste zu kommen. Deshalb ist es umso schöner, dass ich nach meinem Studium in Medien und Kommunikation einen Job als Redakteurin bei Skigebiete-Test gefunden habe, in dem sich alles um mein Lieblings-Hobby dreht. Wenn ihr Fragen zu mir oder rund um das größte Wintersportportal... Mehr erfahren
aktualisiert am Aug 11, 2021

Während die meisten Lifte in den Alpen aktuell stillstehen, startet in Nordamerika gerade die neue Skisaison. Doch auch in den USA und Kanada sieht der Winter 2020/21 anders aus als bisher. Wir haben einen Blick über den großen Teich geworfen und uns die Corona-Strategien der nordamerikanischen Skigebiete einmal genauer angeschaut. In einigen Aspekten sind die Regeln ähnlich wie in den Alpen, in vielen Punkten sind sie aber strenger und gehen deutlich über die europäischen Maßnahmen hinaus.

>> Corona-Ticker: Aktuelle Meldungen aus den Skigebieten

Einschränkung der Gästezahlen am Berg

Damit im Skigebiet genug Platz ist, wie hier am Mount Norquay, werden die Ticketkapazitäten begrenzt.
© Skigebiete-Test Damit im Skigebiet genug Platz ist, wie hier am Mount Norquay, werden die Ticketkapazitäten begrenzt.

Der Mindestabstand in den USA und in Kanada beträgt 2 Meter bzw. 6 Feet. Damit dieser leichter eingehalten werden kann und große Menschenansammlungen vermieden werden, beschränken die Skigebiete die Zahl der Gäste, die im Resort oder am Berg zugelassen sind. Diese Limitierung wird zum Beispiel mit Reservierungen und Online-Tickets umgesetzt.

Das Angebot Skipässe online zu kaufen wird in den nordamerikanischen Skigebieten schon lange stärker genutzt als in den Alpen. Für die Saison 2020/21 stellen viele Skigebiete ihren Ticketverkauf aber nun ausschließlich auf das Online-Angebot um. Um die Gästezahlen kontrollieren zu können, bieten die Resorts ein begrenztes Kontingent an Tagestickets an. Nach der bekannten Regel „first come, first serve“ werden diese nur noch vorab online verkauft. Wer Skifahren möchte, muss also vorausplanen und sich rechtzeitig Skipässe sichern. Das gilt z.B. in den Vail Resorts, Kicking Horse, Alpine Meadows und Squaw Valley.

Im Gegensatz zu den limitierten Tagesskipässen haben Saisonkarteninhaber aber fast in allen Skigebieten uneingeschränkten Zugang. Bei den Vail Resorts, zu denen u.a. Skigebiete wie Whistler Blackcomb, Park City und Vail gehören, müssen aber auch diese vorab ihre Skitage reservieren. Dafür dürfen sie allerdings vor allen anderen buchen und auch als erstes auf die Piste. Denn die Vorsaison ist ausschließlich für Inhaber von Saisonkarten reserviert.

In Copper Mountain müssen Gäste vorab einen Parkplatz reservieren.
© Skigebiete-Test In Copper Mountain müssen Gäste vorab einen Parkplatz reservieren.

Eine weitere Variante um die Anzahl der Gäste im Skigebiet zu limitieren ist die Reservierung von Parkplätzen. Wer ins Skigebiet kommen möchte, muss sich vorab einen Parkplatz reservieren. Nur dann ist die Anreise erlaubt – egal ob als Tagesgast oder mit Saisonpass. Mit diesem System arbeitet zum Beispiel Mt. Bachelor in Oregon oder Copper Mountain in Colorado.

Gerade in kleineren Skigebieten besteht aber weiterhin die Möglichkeit, direkt am Skitag vor Ort Tickets zu kaufen. So setzt Jay Peak in Vermont nahe der kanadischen Grenze darauf, dass sich die Besucherzahlen durch Reisebeschränkungen und Quarantäneverordnungen von selbst in Grenzen halten und zusätzliche Limitierungen über Ticketverkäufe nicht notwendig sein werden.

Damit sich die Gäste möglichst im gesamten Areal verteilen können, haben einzelne Skigebiete wie Le Massif in Québec ihren Saisonstart nach hinten verlegt, um schon vom ersten Tag an mehr Pisten und Lifte anbieten zu können.

Einschränkungen der Liftkapazitäten

Sessel und Gondeln werden in den meisten Skigebieten nicht voll besetzt.
© Skigebiete-Test Sessel und Gondeln werden in den meisten Skigebieten nicht voll besetzt.

Die limitierte Anzahl an erlaubten Gästen im Skigebiet soll lange Warteschlangen an den Liften vermeiden. Bei der Besetzung der Liftanlagen gibt es aber ebenfalls strengere Regeln. Wer gemeinsam kommt, z.B. als Familie oder Gruppe, darf auch gemeinsam Lift fahren. Einzelne Wintersportler werden in den meisten Skigebieten aber nicht zu fremden Gruppen oder Personen gesetzt, sondern alleine oder mit freien Sitzplätzen zwischen den Passagieren transportiert.

In den Vail Resorts dürfen beispielsweise zwei Einzelpersonen an den jeweiligen Enden eines 4er Sessels sitzen, in 6er Sesseln sind auch zwei Paare an den Seiten erlaubt. In Gondeln sind ebenfalls nur 2 fremde Personen in den gegenüberliegenden Enden der Kabinen zugelassen. Auch in Aspen werden die Lifte mit maximal zwei Personen, die nicht zu einer Gruppe gehören, besetzt.

Diese Regel ist zwar nicht in allen Skigebieten so spezifisch formuliert, die meisten Resorts weisen aber darauf hin, dass niemand mit fremden Personen im Lift fahren muss. Darüber hinaus gibt es auch generelle Kapazitätseinschränkungen. Ski Santa Fe in New Mexico wird seine Anlagen zum Beispiel nur zu maximal 25% auslasten. 

No Mask, no Service: Maskenpflicht in Skigebieten

Die Maskenpflicht gilt bei vielen Skigebieten auch beim Anstehen und in den Liften.
© Skigebiete-Test Die Maskenpflicht gilt bei vielen Skigebieten auch beim Anstehen und in den Liften.

In puncto Maskenpflicht sind die Regeln in Nordamerika ähnlich wie in den Alpenskigebieten. In Innenbereichen wie Restaurants, Skiverleih, Depots etc. muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. In den meisten Skigebieten ist auch beim Anstehen an den sowie während der Fahrt in den Liften das Tragen einer Maske verpflichtend, zumindest in Sesselbahnen und Gondeln.

Einige Skigebiete gehen sogar soweit, dass auch auf der Piste ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. Die einzige Ausnahme im Skigebiet, bei der die Maske abgenommen werden darf, ist beim Essen oder Trinken. Diese Regelung gilt z.B. in New Mexico in den Skigebieten Ski Santa Fe und Angel Fire Resort.

Gibt es eine Maskenpflicht in den Skigebieten, dann gilt diese für alle. Ausnahmen wie ärztliche Atteste werden nicht akzeptiert. „No mask, no service“, lautet bei den meisten das Credo. Wer sich nicht daran hält, wird in der Eaglecrest Ski Area in Alaska besonders konsequent bestraft. Hier gilt eine Two Strike Regel: Beim ersten Verstoß darf man für 14 Tage nicht mehr ins Skigebiet, beim zweiten Strike gilt die Sperre für die komplette Saison.

Ein Unterschied zur Maskenpflicht in den europäischen Ländern ist die Regelung für Kinder. In vielen kanadischen und US-amerikanischen Skigebieten müssen Kinder bereits ab 3 Jahren eine Maske tragen, in anderen Regionen gilt die Pflicht ab 5 Jahren. In Österreich, Italien und den meisten deutschen Bundesländern müssen Kinder ab dem Alter von 6 Jahren einen Mund-Nasen-Schutz tragen, in Frankreich gilt die Maskenpflicht sogar erst ab 11 Jahren.

Hütten und Restaurants mit Einschränkungen geöffnet

Die Restaurants und Lodges sind mit Einschränkungen und Maskenpflicht geöffnet.
© Skigebiete-Test Die Restaurants und Lodges sind mit Einschränkungen und Maskenpflicht geöffnet.

Bergrestaurants sind in den meisten Skigebieten weiterhin geöffnet, arbeiten allerdings mit Kapazitätseinschränkungen von bis zu 50 Prozent. Der Fokus liegt bei vielen verstärkt auf Speisen zum Mitnehmen, häufig kann das Essen auch schon online oder per App bestellt werden. Zudem wird es mehr Sitzmöglichkeiten in den Außenbereichen geben.

Den Besuchern wird nahegelegt sich möglichst nur kurz in den Restaurants und Hütten aufzuhalten. Zu diesem Zweck gibt es zum Beispiel im Skigebiet Loveland in Colorado kein freies WLAN mehr in den Lodges.

Wie bei den Corona-Maßnahmen in den Alpen gilt auch in Nordamerika: Die Pandemie entwickelt sich ständig weiter. Dementsprechend werden auch die Regeln und Maßnahmen in den Skigebieten angepasst. Die genauen Infos findet ihr auf den Seiten der Skigebiete.

>> Alle Skigebiete in den USA

>> Alle Skigebiete in Kanada

Strenger als in den Alpen

Viele nordamerikanische Skigebiete, wie Kicking Horse, setzen in dieser Saison auf Kapazitätsbeschränkungen.
© Skigebiete-Test Viele nordamerikanische Skigebiete, wie Kicking Horse, setzen in dieser Saison auf Kapazitätsbeschränkungen.

Wir wissen, dass Skireisen nach Nordamerika in dieser Saison eher unwahrscheinlich sind. Aufgrund der hohen Infektionszahlen rät das Auswärtige Amt aktuell von touristischen Reisen in die USA ab. In Kanada besteht zurzeit sogar eine Einreisesperre. Ein Blick auf die Corona-Strategien der Skigebiete lohnt sich aber trotzdem, vor allem als Vergleich zu den Alpen-Skigebieten.

In den europäischen Skigebieten gibt es ebenfalls Mindestabstände, Maskenpflichten und Desinfektionsmaßnahmen. Der größte Unterschied zu den nordamerikanischen Skigebieten ist allerdings der Verzicht auf Kapazitätsbeschränkungen. Diese sind bisher in keinem Alpenland vorgeschrieben. Zwar sind Online-Skipässe inzwischen auch in größeren Skigebieten vermehrt verfügbar, in erster Linie aber nur um die Schlangen an den Kassen zu vermeiden. Eine Regulierung der Gästezahlen am Berg findet damit noch nicht statt. 

Während die Skisaison in den USA und Kanada in diesen Wochen nach und nach startet, sind die Skigebiete in Österreich, Italien, Frankreich und Deutschland im November im Rahmen der Lockdowns geschlossen. Nur in der Schweiz läuft der Skibetrieb aktuell noch weiter. 

>> Skifahren im Corona-Winter: So sieht es in den Ländern aus

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