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Vierschanzentournee: Termine, Zeitplan und Orte des Skisprung-Höhepunkts

Das absolute Highlight im Skisprungzirkus ist neben der Weltmeisterschaft natürlich die renommierte Vierschanzentournee, die etwa nach einem Drittel der Saison zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag stattfindet. In Deutschland und Österreich wird auf vier Schanzen um die Wette gesprungen. Die Austragungsorte der Vierschanzentournee sind Oberstdorf im Oberallgäu, Garmisch-Partenkirchen am Fuße der Zugspitze, Innsbruck in Tirol und Bischofshofen im Bezirk St. Johann im Pongau. 

>> Skispringen: Der Weltcup-Kalender 2018/19 im Überblick

Zeitplan der Tournee 2018/19 - Kalender und Termine der Stationen

 QualifikationWertung 1 + 2
Oberstdorf
Ergebnis
29. Dezember 2018 (Sa)
Start: 16:30 Uhr
30. Dezember 2018 (So)
Start: 16:30 Uhr
Garmisch-
Partenkirchen
Ergebnis
31. Dezember 2018 (Mo)
Start: 14:00 Uhr
1. Januar 2019 (Di)
Start: 14:00 Uhr
Innsbruck
Ergebnis
3. Januar 2019 (Do)
Start: 14:00 Uhr
4. Januar 2019 (Fr)
Start: 14:00 Uhr
Bischofshofen
Ergebnis
6. Januar 2019 (Sa)
Start: 14:30 Uhr
(verschoben wegen
Schneechaos)
6. Januar 2019 (So)
Start: 17:00 Uhr

(Änderungen kurzfristig möglich!)

>> Startlisten und Ergebnisse der Tournee 2018/19

Unterschiede zu "normalen" Weltcup-Springen

Nur wer sich im 1:1-Duell durchsetzt, ist sicher im 2. Wertungsdurchgang vertreten.
© Brigitte Waltl-Jensen, OK Vierschanzentournee Nur wer sich im 1:1-Duell durchsetzt, ist sicher im 2. Wertungsdurchgang vertreten.

Die Tournee ist sowohl für Fans als auch für die Athleten das absolute Highlight der langen Skisprung-Saison und unterscheidet sich im Ablauf wesentlich von den üblichen Weltcup-Springen. Die 50 qualifizierten Skispringer treten im ersten Durchgang in 1:1-Duellen gegeneinander an. Dabei wird nicht auf die Punktezahl der restlichen Springer geachtet.

Der Sieger im 1:1-Duell qualifiziert sich für den zweiten Durchgang, ebenso wie die fünf besten Verlierer (Lucky-Loser-Regel). Die Duelle werden nicht ausgelost, sondern ergeben sich aus der Tags zuvor abgehaltenen Qualifikation. Der Letztplatzierte tritt im K.O.-Springen gegen den Ersten an, der Vorletzte gegen den Zweiten, usw. Im zweiten Durchgang springen dann alle Athleten nacheinander. Der auf Rang 30 zuerst und der Führende aus dem ersten Durchgang als Letzter. 

Auch wenn sich die Regelung bei der Vierschanzentournee deutlich von den restlichen Springen in der Saison unterscheidet, zählen die Ergebnisse der Vierschanzentournee ganz normal zum Gesamtweltcup.

Mehr Starter für die Heimnationen

Eine weitere Sonderregel ist die Anzahl der heimischen Starter. Bei den deutschen Schanzen kann das deutsche Team erheblich mehr Starter an den Schanzentisch bringen als die übrigen Nationen. In Innsbruck und Bischofshofen gilt der Vorteil den österreichischen Adlern. Springer aus dem sogenannten B-Kader haben hier die Chance sich zu beweisen und an den begehrten Weltcup-Springen teilzunehmen.

Der Gesamtsieger der Vierschanzentournee ergibt sich aus dem Ergebnis der vier Springen. So gilt: Erreicht ein Skispringer in einem der vier Wettkämpfe nicht den zweiten Durchgang, so ist er quasi raus aus dem Titelrennen. Adrenalin ist hier vor dem Fernseher und auf der Schanze gewiss.

Die vier Schanzen im Detail

Das Auftaktspringen in Oberstdorf findet bei Flutlicht statt.
© Brigitte Waltl-Jensen, OK Vierschanzentournee Das Auftaktspringen in Oberstdorf findet bei Flutlicht statt.

Skisprunganlage Audi Arena in Oberstdorf

Den Auftakt der Vierschanzentournee macht die Schattenbergschanze am 29./30. Dezember in Oberstdorf im Allgäu. Die Skisprunganlage "Audi Arena", wie sie seit 2018 heißt, ist ein 16,6 Millionen teurer Schanzenneubau aus dem Jahre 2005. Die Schanze am Schattenberg (Hillsize 137 Meter) befindet sich in den Händen der Skisport- und Veranstaltungs GmbH und ist die Heimschanze des Skiclubs Oberstdorf. Der Schanzenrekord wird derzeit vom Norweger Sigurd Pettersen gehalten und liegt bei 143,5 Meter aus dem Jahre 2003. Das Stadion im Auslauf hat ein Fassungsvermögen von 27.000 Zuschauern.

-> Webcam von der Schattenbergschanze in Oberstdorf

Das größte Stadion der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen ist Garant für tolle Stimmung zum Neujahrsspringen
© Ingo Jensen, OK Vierschanzentournee Das größte Stadion der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen ist Garant für tolle Stimmung zum Neujahrsspringen

Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen

Die Olympia-Schanze in Garmisch-Partenkirchen ist die zweite Station bei der Skisprung-Vierschanzentournee und findet alljährlich am 1. Januar statt. Die am Gudiberg platzierte HS-140 Schanze hat den K-Punkt auf 125 Meter, die Hillsize liegt bei 140 Meter. Den aktuellen Schanzenrekord hält der Schweizer Simon Ammann mit seinem Sprung am 1. Januar 2010. Die Arena des SC Partenkirchen hat ein Zuschauerfassungsvermögen von sagenhaften 35.000 Zuschauern. Damit ist die Arena in Garmisch die größte der Vierschanzentournee.

-> Webcam mit Blick von der Olympia-Schanze in Garmisch-Partenkirchen

Nirgends ist die Altstadt so nah wie auf der Sprungschanze in Innsbruck.
© Brigitte Waltl-Jensen, OK Vierschanzentournee Nirgends ist die Altstadt so nah wie auf der Sprungschanze in Innsbruck.

Bergiselschanze in Innsbruck

Letztes Jahr konnte der Slowene Peter Prevc den geschichtsträchtigen Bergisel am besten bezwingen und ebnete sich damit auch den Weg zum Gewinn der Vierschanzentournee. Die Hillsize der Schanze liegt bei 130 Meter, der K-Punkt ist auf 120 Meter festgelegt. Ein Österreicher hat praktischerweise den Schanzenrekord inne. Mit 138 Meter sicherte sich Michael Hayböck diese Auszeichnung am 4. Januar 2015. Das Stadion des SV Innsbruck Bergisel und des SC Bergisel bietet 26.000 Zuschauern Platz und überzeugt jedes Jahr aufs Neue durch eine extrem gute Stimmung.

-> Webcam mit Fernblick über Innsbruck auf die Bergiselschanze

Der Abschluss findet am Dreikönigstag in Bischofshofen statt.
© Ingo Jensen, OK Vierschanzentournee Der Abschluss findet am Dreikönigstag in Bischofshofen statt.

Dreikönigsspringen in Bischofshofen

In Skispringerkreisen besser bekannt als "B'hofen", findet hier alljährlich das sogenannte Dreikönigsspringen am 6. Januar statt. Austragungsschanze ist die Paul-Außerleitner-Schanze des SC Bischofshofen. Mit einer Hillsize von 140 Metern und einem K-Punkt von 125 Metern ist sie die größte Anlage der kompletten Vierschanzentournee. Das Fassungsvermögen des Sepp Bradl-Stadions beträgt 25.000 Zuschauer. Der Pole Dawied Kubacki stellte am 6. Januar 2019 einen neuen Schanzenrekord auf und flog auf 145 Meter.

Die Gewinner der Gesamtwertung in den letzten Jahren

SaisonGesamtsiegerZweiterDritter
2018/2019Ryoyu Kobayashi (JPN)Markus Eisenbichler (GER)Stephan Leyhe (GER
2017/2018Kamil Stoch (POL)Andreas Wellinger (GER)Anders Fannemel (NOR)
2016/2017Kamil Stoch (POL)Piotr Zyla (POL)Daniel-André Tande (NOR)
2015/2016Peter Prevc (SLO)Severin Freund (GER)

Michael Hayböck (AUT)

2014/2015Stefan Kraft (AUT)Michael Hayböck (AUT)Peter Prevc (SLO)
2013/2014Thomas Diethart (AUT)Thomas Morgenstern (AUT)Simon Ammann (SUI)
2012/2013Gregor Schlierenzauer (AUT)Anders Jacobsen (NOR)Tom Hilde (NOR)
2011/2012Gregor Schlierenzauer (AUT)Thomas Morgenstern (AUT)Andreas Kofler (AUT)

Bisherige Vierschanzentournee-Rekorde

Der Grand Slam: Der Gewinn auf allen vier Schanzen

Die Schanzen unterscheiden sich derart, dass es bisher nur drei Athleten gelungen ist, alle vier Siege in einer Saison einzuheimsen: Sven Hannawald  gelang dies erstmals im Jahr 2002 in der 50. Auflage der Vierschanzentournee. Erst der Pole Kamil Stoch konnte diesen Rekord in der Tournee 2017/2018 wiederholen. Direkt ein Jahr später schaffte dann auch Ausnahmespringer Ryoyu Kobayashi aus Japan das Kunstück des Grand Slams.

Die meisten Einzelsiege

Deutscher TV-Experte und ehemaliger Weltklasse-Skispringer Jens Weißflog sammelte in seiner Karriere ebenso wie der Norweger Bjørn Wirkola 10 Einzelsiege bei der Vierschanzentournee. Dabei kann sich jedoch der Deutsche mit insgesamt 4 Gesamtsiegen der Vierschanzentournee rühmen, der Norweger kommt auf 3 Trophäen.

Die meisten Gesamtsiege der Vierschanzentournee

Diese Auszeichnung muss sich der Finne Janne Ahonen mit keinem anderen teilen. Insgesamt 5 Gesamtsiege der Tournee hat der Altmeister schon ersprungen. Dahinter folgt Jens Weißflog mit vier Gesamtsiegen.

Erfolgreichste Nation in über 60 Jahren Tournee

Der am härtesten umkämpfte Titel ist der der erfolgreichsten Nation bei der Vierschanzentournee. Auf insgesamt 16 Gesamtsieger kommen die Länder Deutschland, Finnland und Österreich, welche sich damit den ersten Platz in diesem Ranking teilen.

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erstellt am 26 Dec 2018
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