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Premiere auf der Gran Becca: Vier Weltcuprennen am Matterhorn

Als Redakteurin bei Skigebiete-Test habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht: Seit 2016 bin ich leitend für den Content auf Deutschlands größtem Wintersportportal zuständig. Die Berge faszinieren mich seit jeher und auf Skiern stand ich zum ersten Mal im Kindergarten. Falls ihr Fragen oder Anregungen zu Skigebiete-Test oder unserem Sommerportal TouriSpo habt, könnt ihr mich jederzeit... Mehr erfahren
aktualisiert am Jun 14, 2022

Während viele Details des neuen Skiweltcup-Kalenders noch unklar sind, steht der Auftakt bereits fest: Nach dem traditionellen Riesenslalom-Start in Sölden werden die Speedfahrer auf die neue Weltcupstrecke am Matterhorn geschickt. Sowohl die Männer als auch die Frauen sind im Herbst 2022 erstmals für jeweils zwei Abfahrten auf der neuen "Gran Becca" zwischen Zermatt und Cervinia zu Gast. Wir haben alle wichtigen Infos zum neuen Speedopening.

>> Alle Termine für den neuen Winter

Die höchstgelegene Weltcupstrecke

Die Weltcupstrecke startet auf 3800 Metern Höhe im Gletscherskigebiet am Matterhorn.
© Zermatt Tourismus Die Weltcupstrecke startet auf 3800 Metern Höhe im Gletscherskigebiet am Matterhorn.

Die neue Abfahrtsstrecke wird gleich in mehrfacher Hinsicht in die Geschichte eingehen: Mit dem Start auf 3800 Metern Höhe ist sie die höchstgelegene Rennstrecke des Weltcups. Zwei Drittel der vier Kilometer langen Strecke befinden sich im ganzjährig geöffneten Gletscherskigebiet auf Naturschnee. Schneesicherheit ist dort auch im Herbst kein Problem.

Ein weiteres Weltcup-Novum ist die länderübergreifende Streckenführung: Sie startet nämlich auf Schweizer Seite am Gobba di Rollin in Zermatt und endet auf italienischer Seite am Laghi Cime Bianchi in Cervinia. So kommt es auch, dass gleich zwei nationale Skiverbände – Swiss-Ski und FISI – für dieses Event zuständig sind.

>> Zum Pistenplan des Skigebiets

Da zwei Drittel der Strecke auf italienischem Boden liegen, suchte man nach einem italienischen Namen für die Strecke. Dieser sollte aber einen Bezug zur Schweiz haben und der war mit dem naheliegenden Matterhorn schnell gefunden. "Gran Becca - Großer Gipfel", so wird das mächtige Matterhorn im Aostatal von den Einheimischen bezeichnet und so wird auch die Weltcupstrecke in Zukunft den Athleten und Fans in Erinnerung bleiben. Denn das große Matterhorn haben nicht nur die Athleten, sondern auch die Fans während der Rennen ständig im Blick.

Die Besonderheiten der Abfahrt

Zermatt - Matterhorn: Matterhorn... | 01:57

Im Gegensatz zur komplett neu gebauten Olympiaabfahrt in China, setzen die Veranstalter der Weltcupstrecke am Matterhorn auf Nachhaltigkeit. So wird auf 95 Prozent der Pistenflächen bereits jetzt Ski gefahren. Für die Weltcupstrecke sind dann nur geringe Anpassungen nötig. Außerdem ist durch die Lage am Gletscher jede Menge Naturschnee vorhanden. Kunstschnee wird bei Bedarf lediglich für das letzte Streckendrittel produziert – und dann nur aus bestehenden Anlagen und mit 100 Prozent Schmelzwasser.

Designed wurde die neue Strecke vom ehemaligen Schweizer Profiläufer Didier Défago. Auf vier Kilometern Länge werden insgesamt 935 Höhenmeter überwunden. Da der Großteil davon über 3000 Metern Höhe liegt, wird die dünne Luft für alle Athleten die größte Herausforderung. Die "Gran Becca" an sich ist nicht die schwerste Weltcupstrecke, aber durchaus abwechslungsreich. Sie beinhaltet neben reinen Gleitpassagen, auch große und schnelle Abfahrtskurven sowie technische Abschnitte mit hoher Geschwindigkeit und Sprüngen.

Das Weltcup-Programm in Zermatt/Cervinia

Weltcup der Herren:

26.-28.10.2022Training Herren
29.10.2022 (Sa)Abfahrt Herren
30.10.2022 (So)Abfahrt Herren


Weltcup der Damen:

02.-04.11.2022Training Damen
05.11.2022 (Sa)Abfahrt Damen
06.11.2022 (So)Abfahrt Damen

(Änderungen kurfristig möglich!)

Nur drei Jahre von der Idee bis zum Event

Der Bau der neuen 3S-Bahn als ganzjährige Seilbahnverbindung zwischen Cervinia und Zermatt hat die Bergbahnen auf die Idee zur länderübergreifenden Abfahrt gebracht.
© Zermatt Bergbahnen Der Bau der neuen 3S-Bahn als ganzjährige Seilbahnverbindung zwischen Cervinia und Zermatt hat die Bergbahnen auf die Idee zur länderübergreifenden Abfahrt gebracht.

Während andere Destinationen seit Jahren vergeblich versuchen einen Fixplatz im Weltcupkalender zu bekommen, ist es mit der "Gran Becca" schnell gegangen. Erst 2019 war die Idee von einer länderübergreifenden Abfahrt gereift, nachdem die Realisierung des Glacier Rides II, der ganzjährigen Seilbahnverbindung zwischen Zermatt und Cervinia, kurz bevorstand (mehr Infos).

Passend zur länderübergreifenden Seilbahn entwickelten die Bergbahnen beider Skiorte die Idee von einem Abfahrtsevent im Herbst und trafen damit auf großes Interesse bei den nationalen Skiverbänden. Aber auch die FIS als internationaler Skiverband und Weltcupausrichter war begeistert vom schneesicheren und nachhaltigen Speedopening in einer großen Skidestination mitten in Europa und wollte dies schnellstmöglich umsetzen.

Die Abfahrtsspezialisten der Männer und Frauen konnten bisher immer erst Ende November in Nordamerika ins Geschehen eingreifen. Das wird sich nun um vier Wochen nach vorne in die rennfreie Zeit nach dem Sölden-Auftakt verschieben. Im ganzjährig geöffneten Gletscherskigebiet in Zermatt können sich die Teams bereits den kompletten Oktober vorbereiten. Außerdem stehen mindestens zwei Trainingsabfahrten auf der Rennpiste kurz vor den Weltcups an.

Da sich die Eröffnung der neuen 3S-Bahn aufgrund der Coronapandemie bis zum Frühjahr 2023 verzögert, wollten die Veranstalter eigentlich erst im Herbst 2023 mit den Weltcuprennen starten und den Herbst 2022 für einen Probelauf im Europacup nutzen. Doch die FIS ist so begeistert vom neuen Speedopening, dass sie schon heuer mit den ersten Weltcuprennen starten wollen. Damit bei der Premiere nichts schief geht, werden die Organisatoren vor Ort von einem erfahrenen Expertenteam aus Gröden unterstützt.

Sobald es weitere Infos zu den Rennen und Ticketinformationen gibt, werden sie auf der offiziellen Seite des Speedopenings bekanntgegeben.

Video

Zermatt - Matterhorn: Matterhorn... | 01:57
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