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Trotz Coronakrise: Zermatt Bergbahnen investieren 60 Millionen

Als Redakteurin bei Skigebiete-Test habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht: Seit September 2016 bin ich leitend für den Content auf Deutschlands größtem Wintersportportal zuständig. Die Berge faszinieren mich seit jeher und auf Skiern stand ich zum ersten Mal im Kindergarten. Absolut infiziert bin ich auch mit dem Weltcup-Virus und verpasse im Winter nur selten Rennen im TV.... Mehr erfahren

aktualisiert am Jun 8, 2020

Raus aus der Schockstarre und mit Mut in die Zukunft: Die Zermatt Bergbahnen halten auch in der aktuellen Krise an ihren Plänen fest und werden in den nächsten zwei Jahren 60 Millionen Schweizer Franken in zwei neue Seilbahnen investieren. Und das trotz großer Umsatzeinbußen und allgemeiner Ungewissheit in Zeiten der Corona-Pandemie. Bereits Mitte April sollen die Bauarbeiten starten.  

Massive Umsatzeinbußen im Tourismus

Auch in der Schweiz wurde zur Eindämmung des Coronavirus Mitte März das öffentliche Leben heruntergefahren und alle Skigebiete geschlossen (wir berichteten). Der Lockdown und die Grenzschließungen führen seitdem zu massiven Umsatzeinbußen in der Tourismusbranche, zu der neben den Skigebieten auch Unterkünfte, Restaurants und auch Geschäfte gehören. Die Skisaison wäre nahezu überall mindestens bis Ostern gelaufen. In Zermatt sogar noch viel länger, da der Teilbereich des Matterhorn Glacier Paradise das ganze Jahr über für Skifahrer offen steht. 

>> Artikel: Zermatt zum besten Skigebiet der Welt gekürt

Zusatzfinanzierung durch Banken nötig

Das Skigebiet in Zermatt gehört zu den größten und beliebtesten in der Schweiz. Aber auch nirgendwo in Europa ist der Skipass so teuer wie hier.
© Zermatt Tourismus / Michael Portmann Das Skigebiet in Zermatt gehört zu den größten und beliebtesten in der Schweiz. Aber auch nirgendwo in Europa ist der Skipass so teuer wie hier.

Viele Schweizer Skigebietsbetreiber und auch Hoteliers haben derzeit ihre Investitionspläne auf Eis gelegt oder bereits komplett über den Haufen geworfen. Der Verwaltungsrat der Zermatt Bergbahnen AG hat sich für einen anderen Weg entschieden, wie sie in einer aktuellen Pressemitteilung bekanntgeben. Trotz erschwerter Ausgangslage werden sie die Großinvestitionen in Höhe von 60 Millionen Schweizer Franken (ca. 57 Millionen Euro) in den nächsten zwei Jahren wie geplant tätigen. Denn jede Krise habe auch ein Ende und man wolle bewusst in die Zukunft investieren, heißt es seitens der Bergbahnen.

Möglich ist der Bau von zwei neuen Seilbahnen nur durch weitere Zusatzfinanzierungen von mehreren Banken. Die Zermatt Bergbahnen gehörten bisher mit ihrer Rentabilität zu den Besten in der Branche. Im vergangenen Jahr verbuchten sie sogar das beste Geschäftsjahr in der Geschichte. Mit ihrer optimistischen Zukunftsstrategie überzeugten sie nun nicht nur die Geldgeber, sondern setzen auch ein positives Zeichen in der Branche, dass es auch eine "Zeit danach" gibt. "Mit den Investitionen wollen wir unserer Vorreiterrolle innerhalb und außerhalb der Destination Zermatt-Matterhorn gerecht werden und aufzeigen, dass wir alle miteinander diese Herausforderung meistern können", so CEO Markus Hasler. 

Neue 3S-Bahn nach Italien

Direkt am Klein Matterhorn wird die Glacier Ride II Richtung Testa Grigia in Italien starten.
© Zermatt Bergbahnen AG Direkt am Klein Matterhorn wird die Glacier Ride II Richtung Testa Grigia in Italien starten.

Das letzte Großprojekt in Zermatt ist noch gar nicht lange her: Erst im Herbst 2018 wurde der neue Glacier Ride eröffnet, die höchste 3S-Bahn der Welt. Rund 60 Millionen Euro sind in das Megaprojekt geflossen, das weltweit für großes Aufsehen sorgte (wir berichteten).

Bis 2021 will man nun auch die zweite 3S-Bahn auf den Weg bringen, der Glacier Ride II. Die Seilbahn verläuft zwischen dem Matterhorn Glacier Paradise und Testa Grigia. Damit ist Zermatt ganzjährig mit Italien verbunden und das "Alpine Crossing" wird Realität. Die höchste Alpenüberquerung soll ein weiteres Zugpferd für den Ganzjahrestourismus werden, von dem die ganze Region lebt.

>> Die neue 3S-Bahn im Pistenplan

Die Bauarbeiten für die neue Bahn laufen bereits seit dem Frühjahr 2019, wurden zwischenzeitlich aber witterungs- und coronabedingt unterbrochen und sollen nun Mitte April wieder fortgesetzt werden. Dabei will man auf jeden Fall auch die Auflagen in Bezug auf das Coronavirus berücksichtigen, wie Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln. 

Erste bedienerlose Gondelbahn der Schweiz

Am Rothorn entsteht die neue Gondelbahn Kumme.
© Zermatt Bergbahnen AG Am Rothorn entsteht die neue Gondelbahn Kumme.

Bereits zur kommenden Wintersaison 2020/2021 soll das zweiten Seilbahnprojekt fertig werden: die neue Gondelbahn Kumme am Rothorn. Es handelt sich dabei um die erste bedienerlose Gondelbahn der Schweiz. Das heißt, sie wird während des Fahrgastbetriebs ohne Stationsbedienstete betrieben. In den insgesamt 56 Kabinen für jeweils zehn Personen können pro Stunde 1500 Personen befördert werden. 

>> Die neue Gondelbahn im Pistenplan

"Wartezeiten im Gebiet Unterrothorn werden der Vergangenheit angehören und dank der neuen Anlage und der Installation der Beschneiungsanlage verspricht sich die Zermatt Bergbahnen AG eine massive Aufwertung des gesamten Wintersportgebiets hinsichtlich der Transport- und Pistenqualität", heißt es seitens der Bergbahnsprechers.

Die Bauarbeiten für die neue Gondelbahn Kumme sollen noch Mitte April starten, um bis zum Start der Wintersaison im Herbst fertig zu sein. Die Baufirmen stehen bereits parat und sind sehr froh, dass sich die Bergbahnen für die mutige Investition trotz Coronakrise entschieden haben. 

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Unsere Wertung für das Skigebiet in Zermatt

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