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Neuer Glacier Ride: Zermatt baut höchste 3S-Bahn der Welt

Für Superlative ist das Skigebiet Zermatt unterhalb des magischen Matterhorn-Gipfels bekannt. Zum Winter 2018/2019 kommt ein weiteres Highlight hinzu: Die höchste Dreiseilumlaufbahn der Welt, die aufs Klein Matterhorn führen wird. 52 Millionen Schweizer Franken waren nötig, um den neuen Glacier Ride in extrem anspruchsvollem und hochalpinem Gelände zu errichten. Am 29. September 2018 wird nach über zwei Jahren Bauzeit Eröffnung gefeiert.

Die höchste Bergstation Europas

Der neue Glacier Ride und die alte Pendelbahn führen fortan parallel vom Trockenen Steg zum Gipfel.
© Zermatt Bergbahnen AG Der neue Glacier Ride und die alte Pendelbahn führen fortan parallel vom Trockenen Steg zum Gipfel.

Die neue 3S-Bahn am Matterhon Glacier Paradise, wo sich auch das Sommerskigebiet befindet, ist wahrlich eine der spektakulärsten Seilbahnen der Welt. Dafür sorgt schon allein die Höhe: Schließlich ist die Bergstation mit 3821 Metern die höchste Europas. Sie liegt direkt neben der Bergstation der alten Pendelbahn, die in den vergangenen 40 Jahren zuverlässig die Besucher ins Matterhorn Glacier Paradise gebracht hat und auch in Zukunft weiterfahren wird. Wartezeiten an der Talstation am Trockenen Steg (2923 Meter) gehören mit Eröffnung der zweiten Bahn fortan der Vergangenheit an.

>> Zum kompletten Pistenplan Zermatt

Extremes Wetter und dünne Höhenluft

Rund 150 Personen von 38 verschiedenen Unternehmen sind am größten Bauprojekt in der Geschichte der Zermatt Bergbahnen AG beteiligt. Sie hatten einerseits mit extremen Wetterbedingungen zu kämpfen: Tagestemperaturen bis zu minus 30 Grad, Windspitzen bis 240 km/h, starker Schneefall oder auch dichter Nebel sind keine Seltenheit. Hinzu kommt: Aufgrund der sauerstoffarmen Höhenluft kann ein Mensch auf fast 4000 Metern nur 60 bis 80 Prozent seiner normalen Leistung erbringen. Auch das Material kommt deutlich früher an seine Grenzen als im Vergleich zum Tal.

>> Blick auf die Baustellen-Cams

Extrem waren zudem die logistischen Herausforderungen, schließlich mussten tonnenschwere Baumaterialien und Werkzeuge auf den Berg transportiert werden. Neben der Errichtung einer Materialseilbahn waren auch Tausende Helikopterflüge nötig.

Hier ein Video vom aufwändigen Transport der Seile zur neuen Bahn. Allein das Zugseil ist über acht Kilometer lang und mehr als 67 Tonnen schwer.

28 Personen pro Kabine

Die Kabinen in Zermatt gehören zu den modernsten weltweit.
© Zermatt Bergbahnen AG Die Kabinen in Zermatt gehören zu den modernsten weltweit.

Großes Highlight der neuen Seilbahn sind die 25 hochmodernen Kabinen, die von der italienischen Stardesignschmiede Pininfarina (Ferrari, Maserati) gestaltet wurden. Bis zu 28 Personen finden in jeder der großräumigen Kabinen Platz. Neben den Panoramafenstern mit überaus beeindruckendem Ausblick sollen vor allem die Innenbeleuchtung in Form eines Sternenhimmels und die vom Automobilbau inspirierten Sitze begeistern. Eine Sitzheizung darf aber natürlich auch nicht fehlen.

Kabinen mit Swarovski-Steinen

Etwas Besonderes sind die vier "Crystal ride Kabinen", die in dieser luxuriösen Form weltweit einzigartig sind. 280.000 Kristallsteine von Swarovski zieren hier das Innendesign und veredeln die Außenseite der Gondeln. Das ist aber längst nicht alles: Die vier "Crystal Kabinen" sind auch noch mit einer Überraschung ausgestattet. Dabei wechselt der Boden nach drei Minuten Fahrt von milchig-trüb auf durchsichtig. Das einzigartige Bergpanorama von Zermatt wird dann 360 Grad erlebbar. 

Stationen aus zehntausenden Einzelteilen

Größte Herausforderung war der Bau der Bergstation direkt am Felsen. Links die alte Bergstation der Pendelbahn, rechts die neue der 3S-Bahn.
© Zermatt Bergbahnen AG Größte Herausforderung war der Bau der Bergstation direkt am Felsen. Links die alte Bergstation der Pendelbahn, rechts die neue der 3S-Bahn.

Neben der neuen Bahn entstehen auch zwei komplett neue Stationsgebäude. Die Talstation befindet sich westlich der Bergstation des Matterhorn Express auf 2932 Meter. Die Bergstation liegt spektakulär an der felsigen Westflanke des Klein Matterhorns auf 3821 Meter und ist unweit entfernt von der alten Bergstation der Pendelbahn.

Im Leitner-Werk in Sterzing (Südtirol) wurden die Komponenten der Stationsgebäude produziert und auch bereits einmal komplett montiert. In mehreren zehntausend Einzelteilen machten sich Berg- und Talstation dann auf den langen und aufwändigen Weg zur Baustelle nach Zermatt.

Fläche für Bergstation wurde frei gesprengt

Während die Talstation aus großflächigen Glas- und Photovoltaik-Elementen besteht, erinnert das Gebäude der Bergstation mit seiner kantigen Form an einen Felsblock (siehe Bild). Dies wurde bewusst gewählt, um den Neubau aus Metall und Glas optimal in die Gipfelumgebung zu integrieren. Bevor mit dem Bau der Bergstation begonnen werden konnte, musste mit hunderten Felssprengungen Platz für das Gebäude geschaffen werden. 90 Arbeitstage und fünf Tonnen Sprengstoff waren dafür nötig.

Technische Details zum Matterhorn Glacier Ride

SeilbahntypDreiseilumlaufbahn
Kabinen25 für jeweils 28 Personen
StationsgebäudeTalstation 2932m
Bergstation 3821m
Länge3740 Meter
Fahrzeit9 Minuten
Geschwindigkeit7,5 m/s
Förderleistung2000 Personen pro Stunde
HerstellerLeitner (Kabinendesign Pinifarina)
BauarbeitenVon April 2016 bis September 2018
KostenCHF 52 Mio. (ca. 46 Mio. Euro)
Besonderheiten
  • 365 Tage im Jahr in Betrieb
  • welthöchste 3S-Bahn
  • höchste Bergstation Europas
  • Kabinen mit Panoramafenster
  • LED-Innenbeleuchtung mit Sternenhimmel
  • Sitze im Autodesign (aus Leder und Alcantara)
  • 4 Kabinen mit Swarovski Kristallen (Crystal ride)


Hier ein Video von der Probefahrt Anfang September:

Zukunftsvisionen

Zum neuen Glacier Ride soll sich dann voraussichtlich im Winter 2020/2021 eine weitere Bahn von der Grenzstation Testa Gricia aus gesellen. Diese würden den höchstgelegenen Alpenübergang über das Klein Matterhorn schaffen und Norditalien eine ganzjährige und direkte Seilbahnverbindung nach Zermatt bringen.

Durch den Bau einer weiteren Bahn zwischen Ayas (Italien) und Valtournenche/Cervinia könnten die drei Skigebiete Zermatt, Valtournenche/Cervinia und Monte Rosa dann nahtlos miteinander verbunden werden. Es entstünde mit rund 600 Pistenkilometern eines der größten zusammenhängenden Skigebiete der Welt.

Eines der besten Skigebiete der Welt

Bereits seit vielen Jahren erzielt Zermatt durchgängig Bestnoten bei unseren Testbesuchen vor Ort und wurde in den Jahren 2015 und 2016 sogar als bestes Skigebiet der Welt ausgezeichnet. Insgesamt stehen den Skifahrern 365 Pistenkilomter zur Verfügung. Beeindruckend sind die Aussichten auf die vielen Viertausender des Wallis. Vor allem das 4.478 Meter hohe Matterhorn zieht einfach jeden Urlauber in den Bann. Besonders gut schnitt Zermatt in den Kategorien Könner, Freeride, Freestyle, Service, Schneesicherheit und Bergrestaurants ab.

In Zermatt kann nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer Ski gefahren werden. Rund 20 Pistenkilometer sind von Mai bis Oktober durchgängig im Matterhon Glacier Paradise geöffnet.

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Videos

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Über den Autor
erstellt am 17 Sep 2018
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