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Nach Naturschutz-Klage: Bau der Jennerbahn verzögert sich

Ein Jahr länger als geplant dauern die Arbeiten an der neuen Jennerbahn im Berchtesgadener Land. Naturschützer haben erreicht, dass während der Balz des streng geschützten Birkhuhns nicht gebaut werden darf. Wochenlang stand die Großbaustelle deshalb still. Zur Wintersaison 2018/19 wird jetzt nur die erste Sektion bis zur Mittelstation in Betrieb gehen und nicht wie geplant die komplette 10er Gondelbahn bis zum Gipfel.

Baukosten steigen deutlich an

Es ist das Großprojekt der Region: Für 47 Millionen Euro soll das Skigebiet am Jenner unweit des Königssees komplett runderneuert werden. Neben zwei Sesselbahnen und zahlreichen Beschneiungsanlagen ist vor allem die neue 10er Gondelbahn das Aushängeschild des Vorhabens. Der gerichtlich angeordnete Baustopp ist nun ein herber Rückschlag für Investor und Projektbetreiber Peter Hetteger aus Großarl: "Wir haben circa ein Jahr Bauverzögerung", schilderte er jüngst dem ORF in einem Interview.  Zwar werde Anfang August der Teilbetrieb bis zur Mittelstation gestartet, für die komplette Fertigstellung dauere es aber bis zum Mai 2019. Hinzu komme ein Anstieg der Baukosten um über 10 Prozent auf mehr als 52 Millionen Euro.

Arbeiten sind bereits im März 2017 gestartet

Bereits im Frühjahr 2017 hatten die ersten Maßnahmen mit dem Abriss der alten Bahn begonnen. Etwas mehr als ein Jahr sollten die Arbeiten an den Bahnen sowie den drei neuen Stationsgebäuden dauern. Der Skibetrieb wurde dafür während der Wintersaison 2017/18 komplett eingestellt (wir berichteten).

Bereits zu Beginn diesen Jahres klagte dann aber eine Naturschützerin gegen die Projektbetreiber, da gegen Umweltauflagen verstoßen worden war. Teile des Jenners stehen unter strengem Naturschutz und gehören zum Nationalpark Berchtesgaden. Laut Bund Naturschutz sei am Berg oft bis spät in die Nacht gearbeitet worden, was die Ruhezeit des Birkhuhns störte.

Baustelle war komplett lahm gelegt

Das Gericht ordnete daraufhin zum Schutz des Tieres einen Baustopp während der Balz im Frühjahr und Herbst an. Von April bis Anfang Juni war die Baustelle komplett lahm gelegt und auch ab Mitte September darf wieder nur eingeschränkt gebaut werden. Um die verlorene Zeit irgendwie aufzuholen, sind derzeit täglich fast 100 Arbeiter bis zu 13 Stunden im Einsatz. Man werde sich aber trotzdem weiter an die Auflagen halten, so Hettegger gegenüber dem ORF. Auch wenn dies die Bauzeit von ein auf zwei Jahre verdoppelt. Bis zum Mai 2019 soll dann alles fertiggestellt sein.

Teilbetrieb bis zur Mittelstation ab 4. August

Mit einem Teilbetrieb von Tal- zu Mittelstation startet die neue Jennerbahn am 4. August.
© BBAG Mit einem Teilbetrieb von Tal- zu Mittelstation startet die neue Jennerbahn am 4. August.

Sehr weit sind die Arbeiten bereits an der ersten Sektion der neuen 10er Gondelbahn, die nun am 4. August für Wanderer und Biker bis zur Mittelstation in Betrieb gehen soll. Gleichzeitig werden auch der Sportshop in der Talstation mit Bike-Verleih sowie das neue Restaurant "Halbzeit" im Gebäude der Mittelstation eröffnet.

Um möglichst viele Besucher am Eröffnungswochenende begrüßen zu können, haben sich die Betreiber noch eine besondere Aktion ausgedacht: So kann jeder Gast selber den Preis für seine erste Fahrt mit der neuen Jennerbahn bestimmen. Danach gelten folgende Sommerpreise:

 ErwachsenJugendKind
Tal-Mitte-Tal
(1 Teilstrecke)
9 Euro8 Euro4 Euro
Tal-Mitte-Tal
(2 Teilstrecken)
19 Euro16 Euro8 Euro

(Für Familien gibt es Ermäßigungen)

Neue Sesselbahnen gehen zum Winter in Betrieb

Während sich die Fertigstellung der Gondel-Bergstation noch bis zum Frühsommer 2019 verzögert, sollen zum Start der Skisaison 2018/19 aber bereits zwei andere Liftprojekte in Betrieb gehen. So wird die bisherige Mitterkaser-Doppelsesselbahn durch eine neue 6er Sesselbahn ersetzt. Neu wird auch die Jennerwiesen-Sesselbahn, die von ihrem ehemaligen Standort entfernt und in die Mittelstation Richtung Tal verlegt werden soll. In diesem Bereich wird auch ein neues Übungsgelände für Kinder entstehen.

Wegen des Teilbetriebs der Gondelbahn werden im Winter 2018/19 noch vergünstigte Preise für die Skipässe gelten:

 ErwachsenSeniorenJugendKind
Tageskarte29 Euro24 Euro24 Euro12 Euro
Halbtageskarte25 Euro20 Euro20 Euro10 Euro
2-Stunden-Karte19 Euron.v.15 Euro8 Euro

(Für Familien gibt es Ermäßigungen)

Naturschützer wurden auch am Riedberger Horn aktiv

Dass Bauprojekte in geschützten Bereichen in Bayern seit jeher von Naturschützern mit Argusaugen verfolgt werden, das zeigte sich zuletzt auch bei der geplanten Skischaukel am Riedberger Horn im Allgäu. Sie hätte mitten durch die hochsensible Alpenschutzzone C geführt. Auch der Landtag befasste sich viele Male mit dem Thema, ehe es Mitte März zu einer überraschenden Wendung kam:

>> Zum Artikel "Aus für umstrittene Skischaukel am Riedberger Horn"

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erstellt am 6 Jul 2018
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