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Skifahren in Japan: Tipps für die Reiseplanung

Eine Skireise in die Powder-Hochburg Japan zu planen mag für viele eine überwältigende Vorstellung sein. Aber es ist viel leichter, als man denkt. Wir haben die Organisation unserer Skireise im Februar selbst in die Hand genommen und festgestellt: Mit ein wenig Vorausplanung ist es nicht viel komplizierter, als ein Ski-Trip in die Alpen. Im Folgenden findet ihr jede Menge Tipps, worauf ihr bei der Planung eurer persönlichen Traum-Skireise nach Japan achten müsst und was euch vor Ort alles erwartet.

Übrigens: Wer auf Nummer sicher gehen will und lieber andere organisieren lässt, der findet in Deutschland auch mehrere Reiseveranstalter, die komplette Skireisen nach Japan anbieten. Dazu gehören unter anderem Hagen Alpin Tours, Luex, Flory Kern und Viktor-Reisen. 

Der beste Zeitpunkt

Im Januar und Februar türmt sich der Schnee in Japan oft meterweise.
© TouriSpo / Rowen Sewell Im Januar und Februar türmt sich der Schnee in Japan oft meterweise.

Japans Skisaison läuft im Großteil der Skigebiete von der Adventszeit bis April, ähnlich wie in den Alpen und deutschen Mittelgebirgen. Die Vorweihnachtszeit bietet selbst im hohen Norden keine Schneegarantie, daher solltest du diese Zeit wenn möglich meiden. Um die Weihnachtstage und die Jahreswende sind die Pisten erwartungsgemäß am vollsten und die Preise für Flüge und Unterkünfte am höchsten.

Auch der Januar ist in den meisten „verwestlichten“ Skigebieten sehr überlaufen, da vor allem viele Australier während der Schulferien den Powder in den japanischen Bergen suchen. Das chinesische Neujahr (das zwischen Ende Januar und Mitte Februar fällt) bringt ebenfalls zahlreiche chinesische und taiwanesische Besucher in die Skigebiete und ist immer eine beliebte Reisezeit.

Schneestürme im Januar und Februar

Der meiste Schnee fällt im Januar und Februar, wenngleich dies auch wechselhaftes Wetter mit sich bringt. Allgemein ist Japan nicht das optimale Ziel, wenn du von tagelangem Skifahren unter wolkenlosem, blauem Himmel träumst. Die unglaublichen Schneemassen haben ihren Preis, das bedeutet, regelmäßige und schwere Schneestürme.

Die ideale Reisezeit ist in der Regel der Februar, da hier weniger Touristen die Pisten stürmen und die Bedingungen noch hervorragend sind. Der März bietet mehr Tage mit guter Wettergarantie, gleichzeitig aber auch wärmere Temperaturen, weshalb es zum Ende der Saison empfehlenswerter ist, vor allem in die nördlicheren Skigebiete zu reisen.

Die besten Ziele

Zu den wenig besuchten Skigebieten in Japan gehören die Pisten in Myoko Kogen.
© TouriSpo / Rowen Sewell Zu den wenig besuchten Skigebieten in Japan gehören die Pisten in Myoko Kogen.

Japan kann grob in drei Haupt-Skiregionen unterteilt werden: die japanischen Alpen im Westen und Osten von Nagano, die Tohoku-Region im Norden von Honchu (Japans Hauptinsel) und Hokkaido. Obwohl die Topografie sich erheblich unterscheidet, bietet jede der Regionen im Winter meterweise Schnee.

"Verwestlichte" Skigebiete rund um Nagano

Die Region um Nagano ist für internationale Reisende am zugänglichsten, da Nagano und Echigo Yuzawa von Tokio und seinen Flughäfen nur eine kurze Fahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug entfernt sind. Die Region bietet einige „verwestlichte“ Skigebiete (z. B. Hakuba Resorts, Shiga Kogen, Nozawa Onsen) mit vielen Ausländern und englischsprachigen Informationen sowie eher unentdeckten Bergen (z. B. Madarao, Myoko Kogen, Tenjindaira). Die Skigebiete dieser Region liegen relativ dicht beieinander und sind durch die öffentlichen Verkehrsmittel so gut vernetzt, dass man leicht während des Aufenthalts gleich mehrere Skigebiete erkunden kann.

Der authentische Geheimtipp: die Tohoku-Region

Die landestypischste und authentischste Erfahrung bietet unserer Meinung nach die Tohoku-Region. Sie umfasst viele nahezu kaum befahrene Skigebiete – von Zao Onsen im Süden bis zum Pulverparadies Hakkoda nahe der Nordspitze von Honchu. Diese Skigebiete bieten traumhafte Schneebedingungen und gelten unter westlichen Skifahrern noch immer als Geheimtipps.

Lange Skisaison und Powder-Garantie auf Hokkaido

Hokkaido ist Japans nördlichste Insel und hat ein teils subarktisches Klima. Sie bietet eine längere Skisaison und eine deutlich ländlicher geprägte Umgebung als der Rest Japans. Eisiger Wind aus Sibirien sorgt hier durchgehend für kalte Temperaturen und unglaublich trockenen Powder auf den Pisten. Niseko gilt unter Vielen als Powdermetropole der Welt und ist ein großer Favorit internationaler Besucher. Wenn du eine Powder-Garantie möchtest, dann ist Hokkaido das richtige Ziel.

Flüge und Transport

Sehr gut ausgebaut ist das öffentliche Netz in Japan. Mit Zügen und Bussen kommst du komfortabel in alle großen Skigebiete.
© TouriSpo / Rowen Sewell Sehr gut ausgebaut ist das öffentliche Netz in Japan. Mit Zügen und Bussen kommst du komfortabel in alle großen Skigebiete.

Ein direkter Flug zum Flughafen Tokio-Narita aus Mitteleuropa dauert circa 12 Stunden. Eine ganze Reihe von Fluggesellschaften fliegen nach Narita, sodass ein Start auf vielen großen Flughäfen in Mitteleuropa möglich ist. Auf der Suche nach dem besten Angebot konnten wir feststellen, dass allgemein Flüge nach Japan mit Zwischenstopps deutlich günstiger sind. Wir entschieden uns für Finnair und flogen mit kurzem Zwischenstopp über Helsinki. Diese Option dauerte knapp 14 Stunden pro Strecke und kostete 580 Euro hin und zurück. Anschlussflüge nach Hokkaido starten regelmäßig und sind verhältnismäßig preiswert.

Gepäckbestimmungen gut prüfen

Bei der Auswahl der Fluggesellschaft raten wir euch dringend, die Gepäckbestimmungen genau zu prüfen, insbesondere im Hinblick auf die Skiausrüstung. Erst danach solltet ihr entscheiden, ob ihr eure eigene Ausrüstung mitnehmt oder es nicht doch günstiger ist, Ski oder Snowboard in Japan vor Ort auszuleihen (mehr zum Skiverleih weiter unten). Viele Fluggesellschaften erlauben zwei Gepäckstücke (jeweils 23 kg) pro Reisenden, wovon ein Gepäck eine Ski-/Snowboard-Tasche sein darf - vorausgesetzt, sie entspricht der Gewicht- und Größenanforderung der Fluggesellschaft. Wir haben festgestellt, dass selbst Fluggesellschaften der gleichen Partnerschaften (BA/JAL/Finnair) erhebliche Unterschiede in ihren Regeln für Skitaschen aufweisen. Es lohnt sich also, sich einzulesen.

Öffentlicher Verkehr sehr gut ausgebaut

Ist man erstmal in Japan gelandet, ist die Weiterreise sehr einfach. Die effiziente und hervorragende Vernetzung der öffentlichen Transportmöglichkeiten zählt zu den offensichtlichen Hauptvorteilen Japans. Shuttle-Busse verbinden zudem große Flughäfen und Städte mit den wichtigsten Skigebieten und bieten in der Regel ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Es gibt also kaum eine Ecke des Landes, die nicht in irgendeiner Form mit öffentlichen Verkehrsmitteln zugänglich ist, wenngleich wir euch für die Reise durch ländlichere Gebiete dann doch einen Mietwagen empfehlen.

Sparmöglichkeit: Japan Rail Pass

Wenn du deine Skireise mit dem Besuch weiterer Sehenswürdigkeiten in Japan kombinieren möchtest, ist der Japan Rail Pass eine gute und günstige Option. Dieser ist als landesweites oder regionales Paket von wenigen Tagen bis zu drei Wochen verfügbar. Er erlaubt auch, mit dem berühmten Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen zu fahren – ein Erlebnis, das du nicht verpassen solltest! In der Regel bieten alle Transportarten ausreichend Platz für Gepäck, falls du deine eigene Ausrüstung mitbringen solltest.

Die richtige Unterkunft

Übernachten in einer Minshuku: So sehen die Zimmer in einer typischen japanischen Pension aus - geschlafen wird meist auf Matten und Futons.
© TouriSpo / Rowen Sewell Übernachten in einer Minshuku: So sehen die Zimmer in einer typischen japanischen Pension aus - geschlafen wird meist auf Matten und Futons.

Auf Last-Minute-Angebote braucht man in Japan, vor allem für Skigebiete, kaum hoffen: Anders als in Europa sind sie schwer zu finden und auch keine Garantie, Geld zu sparen. Viele Zimmer werden oft schon weit im voraus vermietet. Buche also am besten frühzeitig, wenn du die größtmögliche Auswahl an Unterkünften haben möchtest. Die besten Unterkunftsoptionen für den Winter sind entweder ein Hotel, ein Minshuku (japanische Pension) bzw. ein Ryokan (japanisches Gasthaus) oder eine Wohnung mit Selbstversorgung. Die Preise sind vergleichbar mit Europa, wenngleich die Buchung von Essensoptionen die Preise insgesamt erheblich steigern kann.

Hotels: Teuer, aber westlicher Standard

Hotelreservierungen sind am unkompliziertesten über die japanischen Webseiten Rakuten Travel und Jalan sowie auf den internationalen Portalen Booking.com und Agoda. Hotels bieten oft Betten nach westlichem Standard, alle modernen Annehmlichkeiten und eine hervorragende Lage in einem Skigebiet. Viele verfügen außerdem über ein Skidepot und bieten teilweise Vergünstigungen auf Liftpässe. Hotels sind allgemein die teuerste Option.

Minshuku: Kleine, familienbetriebene Pensionen

Minshuku sind japanische Pensionen, die in der Regel klein und familienbetrieben sind. Sie bieten eine preiswerte und gute Möglichkeit, die authentische japanische Kultur zu erleben. Es sollte Ihnen jedoch bewusst sein, dass typische Zimmer meist im Tatami-Stil sind, das heißt mit Matten und Futons – und höchstwahrscheinlich nur mit einem Gemeinschaftsbad.

Royokan: Gasthöfe mit heißen Quellen in der Nähe

Ryokan sind japanische Gasthöfe, die oft in der Nähe von heißen Quellen liegen. Diese Art von Unterkunft kann von günstig bis teuer reichen, ist aber immer eine urjapanische Erfahrung und daher sehr empfehlenswert. Die japanischen Bäder sind ideal, um sich nach einem Tag auf den Pisten zu entspannen.

Selbstverpflegung: Sehr günstig, aber meist etwas abseits

Unterkünfte mit Selbstverpflegung werden zunehmend über die internationale Plattform AirBnB geboten. Eine erschwingliche Option, die allerdings kaum die gleiche Lage und den praktischen Zugang zu Skigebieten ermöglichen kann, wie örtliche Hotels.

Skiverleih vor Ort

Modern und gut ausgestattet sind die Skiverleih-Shops in den größeren Skigebieten.
© TouriSpo / Rowen Sewell Modern und gut ausgestattet sind die Skiverleih-Shops in den größeren Skigebieten.

Wenn du dir die Mühe sparen möchtest, deine eigene Skiausrüstung von zu Hause mitzubringen, dann kannst du sie vor Ort auch mieten. Nach unserer Erfahrung boten die größeren Skigebiete ausreichend Verleihoptionen und die meisten Anbieter hatten eine Vielzahl verschiedener Ski- und Snowboard-Arten – eine ideale Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren.

Die Mietpreise für das Equipment variierten allerdings während unseres Japan-Trips stark. Je nach Skigebiet musst du für das Gesamtpaket zwischen 3.200 und 5.500 Yen pro Tag (27 bis 46 Euro) einkalkulieren.

Liftpässe, Skikleidung und Après-Ski

Die Preise für die Tages-Liftkarten in Japan liegen zwischen 4000 und 5000 Yen (ca. 34 bis 42 Euro).
© TouriSpo / Rowen Sewell Die Preise für die Tages-Liftkarten in Japan liegen zwischen 4000 und 5000 Yen (ca. 34 bis 42 Euro).

Liftpässe in Japan sind im Durchschnitt etwas günstiger als in Europa und in den meisten großen Skigebieten zahlst du für einen Tag auf den Pisten zwischen 4.000 und 5.000 Yen (34 bis 42 Euro). Die meisten japanischen Skigebiete verkaufen noch immer Skipässe in Papierform anstelle von elektronischen Liftkarten. Es empfiehlt sich also, eine Skipasstasche mitzubringen. Solltest du keine besitzen, so kannst du sie sehr günstig in den Sportgeschäften kaufen.

Gesichtsmasken für Schneestürme

Die japanischen Skigebiete sind, besonders im Norden, während der Saison starkem Winterwetter ausgesetzt. Skibrillen sind daher ebenso ein Muss, wie warme, wetterfeste Kleidung. Für den Fall eines Schneesturms sind eine Gesichtsmaske bzw. ein Nackenwärmer auch empfehlenswert. Abseits der Pisten versteht es sich wie auch in Europa von selbst, dass du dich nur mit entsprechender Freeride-Ausrüstung bewegen solltest.

Alkohol erst weit nach Liftschluss

Erwarte in Japan nicht zu viel in puncto Après-Ski – die Kultur rund ums Skifahren ist in Japan ganz anders als in den Alpen und Alkohol wird in der Regel erst weit nach Liftschluss getrunken.

Tiefschneefahren auf und abseits der Piste

Freeride-Ski sind bei den vielen Möglichkeiten abseits der Piste eigentlich ein Muss.
© TouriSpo / Rowen Sewell Freeride-Ski sind bei den vielen Möglichkeiten abseits der Piste eigentlich ein Muss.

Es lohnt sich auf jeden Fall, Powder- oder Freeride-Skier bzw. -Snowboards nach Japan mitzunehmen, da der Powder teilweise sehr tief sein kann. Tiefschneebänder sind ebenfalls praktisch, um den Verlust von Skiern im Tiefschnee zu vermeiden.

Unterhalb des Lifts: Fast immer eine No-Go-Area!

Die Einstellungen zu Skifahren im Side- und Backcountry variiert von einem Skigebiet zum anderen. Wir empfehlen daher, das Liftpersonal zu fragen, was vor Ort als akzeptabel gilt. Die Bereiche unterhalb der Lifts sind in der Regel ein No-Go. Es kommt nicht selten vor, dass Liftpässe nach dem Skifahren in unerlaubten Zonen entzogen werden. Also lieber vorher nachfragen!

Wer in ganz unberührte Gegenden vordringen will, der sollte eine Skitour machen. Es gibt eine Reihe von Anbietern, die sich auf Tourenpakete für Skifahrer und Snowboarder in Japan spezialisiert haben. Diese bieten einen All-inclusive-Service, haben aber auch ihren Preis.

Sprache und Bargeld

Für Essen und Getränke solltest du immer genügend Bargeld dabei haben.
© TouriSpo / Rowen Sewell Für Essen und Getränke solltest du immer genügend Bargeld dabei haben.

Du musst für die meisten Unternehmungen und Situationen nicht zwingend japanisch sprechen. Die Einheimischen geben sich in der Regel viel Mühe, Englisch zu sprechen und die Touristen zu verstehen. Dennoch ist es empfehlenswert, ein japanisches Wörterbuch mitzunehmen und ein paar Grundbegriffe zu beherrschen. Die Japaner schätzen es sehr, wenn sich Besucher in dieser Hinsicht bemühen.

Ausreichend Yen mitnehmen

Die Bezahlung mit Bargeld ist in Japan noch häufiger als in Europa. Wir empfehlen daher stets ausreichend Yen bei sich zu haben und im Voraus mit der eigenen Bank zu sprechen, bei welchen Geldautomaten Abhebungen möglich sind. Die meisten 7-Eleven-Supermärkte und Postämter (die man hier an fast jeder Ecke findet) ermöglichen das Abheben von Geld mit fast allen Maestro-Karten.

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erstellt am 17 Jul 2017
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