Skimagazin

Partner

Kollision an der Zugspitze: Bergekorb kracht in neue Seilbahn

Erst vor neun Monaten spektakulär eröffnet, steht die neue Seilbahn auf die Zugspitze seit Mittwochabend still. Der Grund: Während einer Rettungsübung kollidierte ein Bergekorb mit einer der beiden Großraumkabinen. Verletzt wurde aber niemand. Sowohl der Korb als auch die Kabine waren zu diesem Zeitpunkt unbesetzt. Ein gerissener Kettenzug hat den Unfall ausgelöst. Der Schaden liegt im siebenstelligen Bereich.

Unfall außerhalb der Betriebszeit

Der Vorfall hatte sich am 12. September 2018 außerhalb der Betriebszeit gegen 18 Uhr ereignet. Bei der Vorbereitung einer routinemäßigen Bergeübung ist beim Absenken des Bergewagens die Kette des Hebewerkzeugs gerissen und hat dadurch eine Kettenreaktion ausgelöst. Daraufhin prallte der unbesetzte Bergewagen zwischen Stütze und Bergstation ungebremst in die leere Seilbahnkabine und beschädigte sie schwer. Sofort wurden Untersuchungen eingeleitet, an denen neben der Bayerischen Zugspitzbahn auch der Seilbahnhersteller Garaventa, Sachverständige und die Seilbahnaufsicht beteiligt waren.

>> Webcam: Blick auf die Talstation der Seilbahn

Schaden liegt im siebenstelligen Bereich

Die neue Seilbahn bleibt bis auf weiteres geschlossen. Nach ersten Begutachtungen per Hubschrauber steht fest: Der Schaden ist enorm und liegt im siebenstelligen Bereich. Wie lange die Reparaturarbeiten dauern werden, steht bisher noch nicht fest. Größtes Problem war anfangs die Bergung der Kabine, die ja mitten auf der Strecke mit dem Bergekorb kollidiert ist. Neun Tage nach dem Unfall konnte sie ganz langsam die 280 Meter bis zur Bergstation gezogen werden. Dort wurde der Bergekorb entfernt und die Kabine fit für den Transport zur Talstation gemacht. Bereits kurz nach der Kollision war die Anfertigung einer komplett neuen Seilbahnkabine, eines neuen Gehänges sowie eines neuen Laufwerks in Auftrag gegeben worden.

>> Webcam: Blick auf die Bergstation der Seilbahn

Zugspitze ist weiterhin erreichbar

Ausflügler können aber auch weiterhin auf Deutschlands höchsten Berg (2962 Meter) und den dortigen Attraktionen kommen. Die Zahnradbahn und die Gletscherbahn sind regulär in Betrieb. Die Skisaison startet ohnehin erst Mitte November. Die Zugspitzbahn rät aber dringend davon ab, bis zur Behebung des Schadens die Kletterroute "Eisenzeit" über das Bayerische Schneekar zu begehen. 

Gleich drei Weltrekorde wurden mit der neuen Seilbahn aufgestellt.
© Bayerische Zugspitzbahn AG Gleich drei Weltrekorde wurden mit der neuen Seilbahn aufgestellt.

Eine Bahn mit drei Weltrekorden

Die neue Seilbahn vom Eibsee auf die Zugspitze hat bei ihrer Eröffnung im Dezember 2017 drei technische Weltrekorde aufgestellt: So verfügt die Zugspitze über die mit 127 Metern weltweit höchste Stahlbaustütze für Pendelbahnen, den weltweit größten Gesamthöhenunterschied von 1.945 Metern innerhalb einer Sektion sowie das weltweit längste freie Spannfeld mit 3.213 Metern. Sechs Jahre lang war am Mammutprojekt geplant und gearbeitet worden. In die beiden bodentief verglasten Kabinen passen bis zu 120 Personen. 

>> Rückblick: Deutschlands höchste Baustelle

>> Fakten zur neuen Seilbahn Zugspitze

>> Informationen zum Skigebiet an der Zugspitze

Stromausfall im Mai

Einen ersten Aufreger rund um die neue Seilbahn gab es bereits Anfang Mai 2018. Ein Stromausfall hatte die Seilbahn lahmgelegt. Auch die Zahnradbahn blieb stehen. Rund 200 Menschen befanden sich zu diesem Zeitpunkt in den beiden Bahnen. Nach einer Stunde kehrte der Strom zurück und alle Systeme konnten wieder hochgefahren werden. Die Fahrgäste bekamen das Geld für ihre Tickets zurückerstattet. 

Über den Autor
erstellt am 13 Sep 2018
Ähnliche Artikel im Skimagazin
Angebote & Tipps

Aktuelle Umfrage

Wann planst du deinen Skiurlaub?
Hinweise zum Datenschutz

Forum und Usermeinungen

Leider noch keine Beiträge vorhanden:
  • Es gibt leider noch keine Beiträge unserer User
  • Sei der Erste und schreibe Deine Meinung und Eindrücke in unser Forum!
Aktuelles aus anderen Regionen
Login mit Google+