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Freeride-Special: Die wichtigsten Basics fürs Tiefschneefahren

Seit Herbst 2018 darf ich mich als glückliches Mitglied des Skigebiete-Test-Teams bezeichnen. In erster Linie bin ich für euch in den verschiedensten Skigebieten unterwegs, um die Gegebenheiten vor Ort zu testen und das für unsere Berichterstattungen nötige Bild- und Videomaterial zu sammeln. Im Nachgang schreibe ich die Reise- und Testberichte. Man kann sagen, dieser Job ist mir wie auf den... Mehr erfahren
aktualisiert am Mar 30, 2022

Unberührtes Gelände, traumhafter Pulverschnee – für viele Wintersportler ist das Tiefschneefahren das Nonplusultra des Skifahrens. Was bei Könnern so spielerisch leicht aussieht, ist für den normalen Skifahrer meist eine Herausforderung. Wir haben für euch nützliche Tipps zu Ausrüstung und Technik zusammengestellt, um euch den Einstieg beim Freeriden zu erleichtern.

Sicherheit hat oberste Priorität!

Lawinen-Warnschilder sind immer zu beachten!
© Skigebiete-Test/k.huber   Lawinen-Warnschilder sind immer zu beachten!

Bevor ihr euch ins Tiefschneeabenteuer abseits der gesicherten Piste stürzt, ist es absolut notwendig, dass ihr euch im Vorfeld über die aktuelle Lawinensituation informiert.

Oft verbirgt sich auch hinter scheinbar harmlosen Hangüberquerungen eine erhebliche Lawinengefahr. Auskunft über die örtlichen Schneeverhältnisse erhält ihr über Lawinenwarndienste oder direkt bei den Bergbahnen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bleibt jedoch stets ein Restrisiko.

Ein Notfalltraining im Lawinenkurs kann Leben retten.
© Jack O'Grady   Ein Notfalltraining im Lawinenkurs kann Leben retten.

Daher solltet ihr für den Ernstfall mit funktionsfähiger Sicherheitsausrüstung ausgestattet sein. Lawinenverschütteten-Suchgerät (kurz LVS-Gerät), Sonde, Schaufel, Lawinenairbag-Rucksack, Erste-Hilfe-Set sowie ein geladenes Handy sind unbedingt mitzuführen, wenn ihr euch in unberührtes Terrain begebt. Ebenso Helm und Rückenprotektor.

Um die gängigen Suchmethoden im Falle eines Lawinenabgangs zu beherrschen ist im Vorfeld das Absolvieren eines Lawinenkurses unbedingt zu empfehlen. Außerdem solltet ihr nie alleine zu einer Tiefschneetour aufbrechen.     

Enorm wichtig: die richtige Ausrüstung

Freeride-Ski erleichtern das Fahren im Tiefschnee.
© Skigebiete-Test/k.huber   Freeride-Ski erleichtern das Fahren im Tiefschnee.

Die Bedingungen im Tiefschnee sind mit denen auf der Piste nicht zu vergleichen. Zum einen sinkt man mit den Skiern viel tiefer in den Schnee ein und zum anderen bedarf es wesentlich mehr Anstrengung um sie darin zu steuern.

Das richtige Equipment erleichtert die Fahrt im Pulverschnee ungemein. Wir empfehlen euch Freeride-Ski mit mindestens 95 mm Breite unter der Bindung, weil ihr damit mehr Auftrieb im Schnee habt. Die Skilänge hängt von eurer Körpergröße ab - sie sollte aber in jedem Fall länger wie bei normalen Carving-Skiern sein.

Um sich bestmöglich abstützen zu können, sind längenverstellbare Skistöcke mit größeren Stocktellern ratsam. Im freien Gelände sollten diese immer kürzer eingestellt sein wie auf der Piste.

Wichtiger Tipp: stets raus aus den Schlaufen! Lieber verliert ihr mal einen Skistock bevor ihr irgendwo hängen bleibt und euch eine Verletzung zuzieht.

Alles eine Frage der Technik

Wichtig: Bewegliche Beine bei stabilem Oberkörper.
© Jack O'Grady   Wichtig: Bewegliche Beine bei stabilem Oberkörper.

Hier kurz und kompakt die wichtigsten Grundregeln für das Freeriden: Die Position ist etwas tiefer wie auf der Piste, Beine sind maximal beweglich während ein stabiler Oberkörper verborgene Unebenheiten ausgleichen soll. Von Vorteil ist, wenn im weichen Tiefschnee beide Skier nahezu gleich belastet werden. Während des Kurvenwechsels solltet ihr euch immer etwas aufrichten, um dadurch die Skier zu entlasten und sie auf diese Weise leichter drehen zu können.

Im Detail: am Schwunganfang tauchen die Skispitzen in den Schnee ein, während die Skienden entlastet werden. Zum Schwungende werden die Skienden stärker belastet, so dass die Skispitzen aus dem Schnee wieder auftauchen. Ziel ist eine kontinuierliche und rhythmische Hoch-Tief-Bewegung. Dosiert tief gehen in der Kurvensteuerung und zügig aufrichten im Kurvenwechsel.

Einfache Übungen zum Einstieg

Für die meisten Skifahrer sind die ersten Schwünge im Tiefschnee sehr ungewohnt. Bei den anfänglichen Versuchen sollten die Fahrstrecken relativ kurz und einfach sein - am besten ihr übt am Pistenrand, bei geringen Neuschneemengen oder auf nichtpräparierten Pistenabschnitten. Mit unseren Einsteigerübungen bekommt ihr schnell ein Gefühl für die neuen Schneebedingungen und der Spaß beim Powdern ist euch bald garantiert.

1. Übung:

Zuerst beginnt ihr mit einer einfachen Bergabfahrt im leichten Tiefschnee. Macht dabei beim Geradeausfahren eine Tiefbewegung indem ihr eure Knie beugt und bringt euren Oberkörper nach dem Stockeinsatz wieder hoch. Versucht, mit dem Oberkörper immer zentral über der Bindung zu bleiben. Übung mehrmals wiederholen.

2. Übung:

Versucht nun beim Geradeausfahren den Körperschwerpunkt abwechselnd nach vorne und hinten zu verlagern. Fühlt ihr euch dabei sicher, verlagert das Gewicht abwechselnd von dem einen auf den anderen Fuß. Hier kriegt ihr ein erstes Gefühl für die variable Schneebeschaffenheit und die vielfältigen Geländekonturen.

3. Übung:

Beginnt nun mit leichten Richtungsänderung während einer Schrägfahrt. Bildlich spricht man hier oft vom Fahren einer „Girlande“. Achtet darauf, dass ihr das Gewicht stets gleichmäßig auf beiden Skiern verteilt.

Die Schwierigkeit dieser Übungen könnt ihr steigern, indem ihr euch z. B. von einfachen Schneebedingungen in schwierigere Verhältnisse wagt, wie z.B. in noch tieferen Schnee oder stark durchfahrenes Gelände. 

Was ihr jedoch nie überschätzen solltet ist die eigene Physis. Tiefschneefahren ist unheimlich anstrengend, sprich ihr werdet schneller müde und die Sturzgefahr erhöht sich aufgrund der fehlenden Kraft. Nehmt euch daher nie zu schwierige und lange Touren vor, solange ihr noch nicht richtig fit und geübt seid. Besonders für den Anfang empfiehlt es sich, Tiefschnee-Touren nur in Begleitung erfahrener Skilehrer zu unternehmen.

Freeriden für Profis

Heli-Skiing in den Kootenay Rockies.
© Destination BC/Blake Jorgenson   Heli-Skiing in den Kootenay Rockies.

Für alle, die bereits Erfahrung beim Freeriden gesammelt haben, das Adrenalin lieben, es cool finden wenn sie bis zum Hals im Tiefschnee versinken, haben wir zwei Tipps, die auf jeden Fall auf der „Skifahrer To Do Liste“ stehen sollten.

Heli-Skiing:

Lasst euch dieses einmalige Powder-Abenteuer nicht entgehen. Mit dem Helikopter werdet ihr auf einen schneebedeckten Berg geflogen, wo euch ein traumhaftes Panorama erwartet. Erfahrene Heli-Guides begleiten euch dann auf verschiedenen Abfahrten durch den unberührten Tiefschnee. Ihr kommt bei der Planung eures Heli-Skiing-Ausflugs alleine nicht mehr weiter? Hier findet ihr tolle Heli-Skiing-Angebote unseres Partners Canusa in Nordamerika!

Mit der Pistenraupe geht es ins Freeride-Gebiet.
© Jack O'Grady   Mit der Pistenraupe geht es ins Freeride-Gebiet.

Snow-Cat-Skiing:

Cat-Skiing ist in Europa noch nicht so bekannt wie Heli-Skiing. Hier wird man mit einer Pistenraupe auf den Berg gefahren. Ein großer Vorteil im Vergleich zum Heli-Skiing sind die wesentlich geringeren Kosten. Außerdem können durch den geringeren Zeitaufwand mehrere Tiefschnee-Abfahrten genossen werden. Mehr Infos zum Snow-Cat-Skiing erfährst du hier!

Video

Skigebiete-Test beim Cat Skiing in... | 01:00
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