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Winter- & Rodeltipps vom bayerischen Schlittenbauer

Auf Skiern stand ich schon als Kind und kann es seitdem jeden Winter aufs Neue kaum erwarten wieder auf die Piste zu kommen. Deshalb ist es umso schöner, dass ich nach meinem Studium in Medien und Kommunikation einen Job als Redakteurin bei Skigebiete-Test gefunden habe, in dem sich alles um mein Lieblings-Hobby dreht. Wenn ihr Fragen zu mir oder rund um das größte Wintersportportal... Mehr erfahren

erstellt am Nov 8, 2019

Entspannte Tage im Schnee, aufregende Abenteuer im Wald und rasante Abfahrten auf zwei Kufen – so schön kann der Winter in Bayern sein. Für den perfekten Rodelspaß darf der richtige Schlitten nicht fehlen. Und den gibt es in der Rhön, hergestellt mit viel handwerklichem Geschick und Liebe zum Detail. Der bayerische Schlittenbauer gibt einen Einblick in seine Arbeit und verrät ein paar Geheimtipps für den Winter in seiner Heimat.

Bayerisches Handwerk

Die Schlitten werden von Hand gefertigt.
© www.bayern.by - Peter von Felbert Die Schlitten werden von Hand gefertigt.

Ganz im Norden Bayerns, in der fränkischen Röhn bauen Schreinermeister Alexander Hergenhan und sein Onkel Andreas Weber noch traditionelle Schlitten von Hand. Die Werkstatt ist bereits seit 1924 in Familienbesitz und viel hat sich hier seitdem nicht verändert. Mittlerweile gibt es vielleicht mehr Spinnweben und Staub als zur damaligen Zeit. Verarbeitet wird in der fast 100 Jahre alten Werkstatt in Leubach ausschließlich regionale Esche. Das Holz ist hart, aber trotzdem elastisch, abriebfest und zäh.

Jeder Schlitten ein Unikat

Bei Alexander Hergenhan und Andreas Weber ist jeder Schlitten ein Unikat.
© www.bayern.by - Peter von Felbert Bei Alexander Hergenhan und Andreas Weber ist jeder Schlitten ein Unikat.

Um die Eschenhölzer biegen zu können, werden sie zunächst in einem alten Wurstkessel gekocht, damit sie biegsam und geschmeidig werden. Im Anschluss werden sie um eine Schablone herumgebogen, bevor sie mit Nägeln auf einem Eisen festgeschlagen werden. Dann ist Warten angesagt, denn die Hölzer müssen samt Schablonen ein halbes Jahr auf dem Dachboden trocknen. Auch die Kufen werden hier nicht maschinell gepresst, sondern von Hand gefertigt.

Der Schlittenbauer setzt auf allerhöchste Qualität und die braucht eben ihre Zeit. Bis ein Schlitten fertig ist, dauert es Monate. Deshalb produziert Alexander auch nur 150 Unikate im Jahr. Doch das Warten lohnt sich. Denn so ein traditionell gebauter Holzschlitten hält über Generationen. Wer Interesse hat, kann dem Schlittenbauer in seiner Werkstatt bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Rodeltipps vom Experten

Am Ochsenkopf im Fichtelgebirge stehen zahlreiche Rodelbahnen zur Auswahl.
© Tourismuszentrale Fichtelgebrige/Florian Trykowski Am Ochsenkopf im Fichtelgebirge stehen zahlreiche Rodelbahnen zur Auswahl.

Wer sein Leben damit verbringt, Schlitten zu bauen, weiß natürlich auch, wo man diese am besten zum Einsatz bringt. Zu den Rodeltipps von Alexander Hergenhan gehört allen voran der Ochsenkopf im Fichtelgebirge. An Frankens zweithöchstem Berg gibt es gleich sechs verschiedene Abfahrten. Die Naturrodelbahn Grasseman, die Rodelhänge Klausenlift, Lattalift, Bleaml Alm und Schmidtleiten sowie der Rodelhang in Weißenstadt bieten sich zum Schlittenfahren an. Der Hang am Lattalift in Bischofsgrün wird sogar beleuchtet.

Ein ganz besonderes Rodelerlebnis ist eine Tour mit Schlittenhunden. Der Musher, wie der Schlittenhundeführer genannt wird, lenkt den Schlitten mit einem Rudel Huskies auf der abenteuerlichen Fahrt durch Wald und Wiesen. 

Winter in Franken

Schlittenbauer Alexander hat Tipps für die ganze Familie.
© Tourismuszentrale Fichtelgebirge/Florian Trykowski Schlittenbauer Alexander hat Tipps für die ganze Familie.

Auch in der Rhön finden Rodelfans schöne Pisten. Beliebt ist zum Beispiel die Abfahrt an der Thüringer Hütte. Hier findest du neben der etwas größeren Rodelbahn ein Restaurant, in dem du dir hausgemachte Spezialitäten schmecken lässt. Du kannst den Wald in Franken aber auch beim Langlauf erkunden. Ein Highlight ist zum Beispiel die Fernloipe von Holzberghof zur Sennhütte, auf welcher das Jagdschloss Holzberg zur zünftigen Einkehr einlädt.

Egal ob Langlauf, Rodeln oder Schneeschuhwandern, die winterliche Rhön ist ein ideales Urlaubsziel für die ganze Familie. Mit etwas Glück entdeckst du hier noch seltene Pflanzen- und Tierarten wie Wildkatzen in freier Wildbahn. Auch der idyllische Basaltsee oder das Kloster Kreuzberg sind einen Besuch wert. Hier wird seit 1731 das viel gerühmte Klosterbier gebraut. Interessant ist außerdem das „Haus der Langen Rhön“ in Markt Oberelsbach, in dem sich alles um das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön dreht.

Besonders schön und romantisch ist es in der Rhön bei Nacht. Im Naturpark ist der Sternenhimmel nämlich so klar zu sehen, dass er die internationale Auszeichnung „Sternenpark“ erhalten hat.

Traditionell anders - der Bayern-Urlaub im Winter

Ob mit Langlaufskiern, Schlitten oder zu Fuß - der Weg durch den Wald in Bayern ist ein Erlebnis für Körper und Seele. Auch in den anderen Regionen des Freistaats warten aufregende Winterabenteuer wie Wildtierfütterungen oder Winter Survival Camps

Mehr Geschichten und persönliche Tipps erzählen Menschen aus Bayern in "traditionell anders"-Geschichten oder auch zum Anhören und Downloaden in der "Hockdiher"-Podcast-Reihe. Auch im Bayern-Magazin findest du Inspirationen und Anregungen für einen Winterurlaub in Bayern. Immer über die besten Angebote, aktuelle Tipps und Gewinnspiele informiert, bist du mit dem Bayern-Newsletter.

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