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Der längste Riesenslalom der Welt - und wir mittendrin!

Es ist erst 6 Uhr früh und stockfinster! Im Dunkeln können wir aber hören, wie schon die ersten Skischuhe angeschnallt werden. Wir blicken aus unserem Fenster des Hotels Jägerheim in St. Christina im Grödnertal, direkt hinter der Talstation der Col Raiser-Bahn. Es herrscht schon großer Betrieb auf dem großen Parkplatz, der wenig später wegen Überfüllung bereits geschlossen wird. Es ist wieder Gardenissima-Zeit!

Über 700 Teilnehmer

Der Start der Gardenissima.
© Skigebiete-Test.de Der Start der Gardenissima.

Jedes Jahr lockt Gröden zum Saisonfinale mit dem längsten Riesenslalom der Welt. Hier kann jeder angemeldete Teilnehmer mitfahren – egal ob Profi oder Anfänger. Das warme Frühlingswetter im März zwang die Organisatoren zum ersten Mal in 21 Jahren dazu, den Zieleinlauf ein wenig nach oben zu verlegen. Dennoch ist die 4 Kilometer lange Piste, auf der du 600 Höhenmeter überwindest, alles andere als ein Kinderspiel.

Das erste Highlight findet bereits einen Tag vorher statt, denn da werden die über 700 Teilnehmer im Zentrum von St. Christina mit den Startnummern ausgestattet. Kleine Präsente der Sponsoren sorgen bei den Teilnehmern für gute Laune. Die Kleinsten freuen sich über Autogramme von (Ex)-Skistars wie Christof Innerhofer oder Peter Runggaldier.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Die Sonne geht über dem Sella-Stock auf.
© Skigebiete-Test.de Die Sonne geht über dem Sella-Stock auf.

Aber wie auch die anderen Teilnehmer sind wir vor allem wegen des Rennens hier in Gröden. Wir stärken uns noch kurz im Hotel und machen uns um 6.45 Uhr auf den Weg zur Col Raiser-Gondelbahn. Hier ist bereits so viel los wie an gut besuchten Hauptsaisontagen. Die meisten Skifahrer schultern zwei Paar Ski, eines zum Besichtigen der Piste, das andere für das eigentliche Rennen. Wir haben zwar nur ein paar Ski dabei, dennoch sind wir hochmotiviert. Zumal die Abfahrt auch per Livestream auf der offiziellen Gardenissima-Webseite übertragen wird.

Der letzte Schliff bei der Toko-Skiservice-Station.
© Skigebiete-Test.de Der letzte Schliff bei der Toko-Skiservice-Station.

Mittelstation Col Raiser: Wir steigen in die Bindung. Einige der Teilnehmer haben nur ein müdes Lächeln für uns übrig. Wir starten nicht mit echten Rennski, sondern mit handelsüblichen Slalom- bzw. Racecarvern. Egal, weiter geht es mit dem Vierer-Sessellift hinauf auf den Seceda Gipfel. Von Weitem erkennen wir das große "Red Bull Starthäuschen". Die Anspannung steigt. Jetzt gilt es, zunächst die Piste genau zu inspizieren. Wir wollen uns schließlich in der internationalen Journalistenwertung nicht blamieren. Am Tag zuvor hatte es 20 Grad plus, in der Nacht Frost. Dementsprechend eisig sind die Pisten in der Früh.

Schließlich müssen wir die Besichtigung abrupt abbrechen. Es ist bereits kurz vor 7.45 Uhr – das Rennen beginnt. Wir haben mit den Startnummern 188 und 196 noch mehr als eine Stunde Zeit, bis es für uns los geht. Wir beschließen, uns das Spektakel zunächst von oben anzuschauen. Die Toko-Skiservice Station kommt wie gerufen. Noch einmal schnell die Ski in Form bringen lassen. Viele Teilnehmer packen hier die Wachsgeräte aus, um noch einmal selbst Hand anzulegen für das perfekte Setup im Rennen. Die meisten Rennläufer kommen standesgemäß im engen Rennanzug, auch wenn bei einigen betagteren Teilnehmern der Reißverschluss des Anzugs zu bersten droht. Wir fühlen uns in normaler Skikleidung jedenfalls wohler :-) !

Wir sind an der Reihe!

Erinnerungsfoto nach der Zielankunft..
© Skigebiete-Test.de Erinnerungsfoto nach der Zielankunft..

Noch 5 Minuten bis zum Start. Ein letztes, kurzes Warm-Up und los geht es. „Cinque“ ruft der Startrichter und nach 5 Sekunden katapultieren wir uns aus dem Starthaus. Der obere Hang am Seceda hat es in sich. Durchaus steil und sehr eisig. Der Skiservice macht sich jetzt schon bezahlt, muss man doch sehr hart aufkanten. Nach dem Starthang geht es zum Glück ein wenig flacher weiter – jetzt sind Gleitfähigkeiten gefragt. Auf einmal taucht vor mir ein Skifahrer auf. Der italienische Journalistenkollege, der 30 Sekunden früher gestartet ist, geht es etwas ruhiger an. Ein kurzer Schlenker, und vorbei. In der Ferne sieht man schon das Ziel. Die Oberschenkel brennen mittlerweile merklich. Erleichterung macht sich breit beim Durchfahren der Ziellinie: 3 Minuten, 18 Sekunden nach dem Start auf Seceda.

Jetzt heißt es kurz Kraft sammeln, denn die ersten Analysen mit den Kollegen stehen schon kurz nach der Zielankunft an. Wir haben uns alle wacker geschlagen. Für gut 600 Skifahrer steht der Zieleinlauf dagegen noch aus. Wir schwingen also locker hinab zur Talstation, wo wir bereits nett mit warmen Getränken empfangen werden. Junge, hübsche Damen stehen schon bereit für ein Erinnerungsfoto. Vor einer Tafel herrscht großes Gedränge: Hier werden die ersten Ergebnisse veröffentlicht. Auch wir sind gespannt, wie wir abgeschnitten haben.

Stolz und mit tollen Erinnerungen kehren wir zurück ins Hotel. Das Event war ein würdiger Abschluss der Skisaison in Gröden. Und nächstes Jahr sind wir sicher wieder am Start.

Sella Ronda einen Tag zuvor

Saisonfinale in Val Gardena Gröden.... |

Natürlich war die Gardenissma der Hauptgrund für unseren Ausflug in die Dolomiten. Wenn man gerade vor Ort ist, ist aber natürlich auch die Sella Ronda Pflicht! So haben wir uns einen Tag vor der Gardenissima auf der grünen Runde um den Sella Stock fit gemacht. Aufgrund der vorhergesagten, warmen Temperaturen war unsere Motivation zunächst nur mäßig. Umso überraschender mussten wir feststellen, dass die Sella Ronda noch ganz toll zu fahren war. Natürlich sollte man im März früh am Start sein: Wir standen pünktlich um 8.30 Uhr am Lift und konnten die Pisten in allen 4 Regionen der Sellaronda (Gröden, Fassatal, Arabba & Alta Badia) noch genießen. Besonders gut waren die Abfahrten am Sellajoch, am Pecoi und auch an den Nordhängen in Arabba. Absolutes Muss: Die ein oder andere Pause in einer der tollen Hütten entlang der Sella Ronda. Ihr braucht noch mehr Anregungen? Schaut euch unser Video an!

Video

Saisonfinale in Val Gardena Gröden.... |
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erstellt am 2 Apr 2017
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