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Die Technik macht's - Tipps für einen besseren Carving-Schwung

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erstellt am Dec 1, 2014

Der Winter naht und die Vorfreude auf weiße Hänge, Pulverschnee und Pistenspaß steigt. Wir träumen von eleganten Carving-Schwüngen vor traumhafter Bergkulisse und können es kaum erwarten, uns in bester Manier die Hänge hinabzustürzen. Die Wirklichkeit holt uns aber leider oft schon bei der ersten Abfahrt ein, denn die euphorischen Bilder im Kopf stimmen meist nicht mit der Skipraxis überein. Damit ihr für den Winter gut gerüstet seid und euch so richtig ins Zeug – nicht in den Schnee – legen könnt, haben wir für euch die besten Tipps für einen schöneren Schwung und ein besseres Fahrgefühl parat.

Tipp 1: Die richtige Körperposition

Alles beginnt damit, wie du auf den Skiern stehst. Die sogenannte „zentrale Position“ gehört zu den wichtigsten Grundlagen beim Skifahren, wer falsch auf den Brettern steht, wird immer wieder fahrtechnische Probleme bekommen.Sprung-, Knie- und Hüftgelenk sollten leicht angewinkelt sein, der Rücken bleibt relativ gerade und Fußspitzen, Knie und Kinn sind ungefähr auf einer Linie. Die Arme sind leicht angewinkelt vor dem Körper und die Skistöcke als zusätzliche Balancierhilfe erleichtern das Gleichgewichthalten.  Aus Angst neigen viele dazu, sich eher zurückzulehnen und auf einem imaginären Stuhl abzusetzen, anstatt sich mit dem Oberkörper aufzurichten. Allerdings – und das ist der Trugschluss – gewinnt man dadurch nicht an Sicherheit sondern wird bergab eher schneller und instabiler. Also drück mit den Schienbeinen gegen die Skischuhe so gut es geht!

Als Übung kannst du dich mit den Skischuhen zu Hause vor den Spiegel stellen und leicht auf und ab federn, die Körperposition sollte sich dabei nicht groß verändern.Auf der Piste variiere am besten deine Position. Lehne dich extrem zurück, zur Seite, bleib steif in deinen Bewegungen oder ganz entspannt, bring die Ski eng zusammen oder weit auseinander. Dadurch bekommst du ein Gefühl für die für dich richtige Körperposition. Plus: nicht die Zehen verkrampfen! Du kannst damit nicht „lenken“, also einfach mit der gesamten Fußsohle locker im Schuh stehen.

Tipp 2: Knie und Becken zum Kurvenmittelpunkt

Beim Carven geht es nicht mehr darum, die Füße bzw. die Ski kurveneinwärts zu drehen oder wie man früher auch sagte „umzusteigen“, sondern durch eine Kippbewegung der Beine die Ski automatisch aufzukanten.Schaffst du es, durch deine Körperbewegung die Ski auf die Kante zu stellen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren, fährt der Carver von alleine eine Kurve, die seinem Radius entspricht. Das klingt zunächst einmal einfach. Ein Ski, der quasi selbständig Kurven fährt ist der Traum jedes Skifahrers. In der Praxis liegt der Schlüssel dazu aber in der Kipptechnik. Konkret bedeutet das, dass du ausgehend von der zentralen Position deine Knie und Hüfte Richtung Piste kippst und als Balanceausgleich den Oberkörper entgegengesetzt hangabwärts beugst. Durch dieses „in die Kurve lehnen“ vergrößert sich der Aufkantwinkel deiner Ski und du kannst Fahrtrichtung und Kurvenradius bestimmen.Wer oft Probleme damit hat, die Ski auf die Kante zu bringen bzw. den Außenski entsprechend zu belasten, sollte das „Knicken“ üben!

Eine Übung dazu wäre, zunächst ohne Stöcke, an einem eher flachen Hang eine Schrägfahrt zu machen und mit den Händen die Knie während der Fahrt langsam zum Berg zu drücken. Wenn du es richtig machst, greift die Kante und der Ski fährt auf seiner Taillierung den Hang hinauf. Überprüfen kannst du das, in dem du dir die Spuren deiner Ski ansiehst: zwei gleichmäßige Linien ohne Rutschanteile sind top!Diese Übung kannst du solange erweitern, bis du beispielsweise ohne Zuhilfenahme der Hände die Kippbewegung ausführst und dazu schon versuchst, den Oberkörper in entgegengesetzte Richtung zu bewegen.

Tipp 3: Richtige Belastungsverteilung

Wie du gerade gehört hast, wird der Schwung vorrangig über die Beine eingeleitet. Zu Beginn der Kurve ist es wichtig, zuerst den Druck auf die Ski zu vergrößern und den Körperschwerpunkt leicht nach vorne zu verlagern. Das Aufkanten der Ski erreichst du durch die eben beschriebene seitliche Kippbewegung und einen stetigen Druckaufbau auf beide Ski, wobei dem Außenski eine deutliche Mehrbelastung zukommen sollte. Dadurch kannst du auch steuern, welchen Radius deine Kurve hat, je länger du die Belastung aufrechterhaltest, desto größer wird der Radius, bis die Ski letztlich wieder parallel zum Hang stehen oder eine leichte Bergaufkurve beschreiben.

Als Übung kannst du auf einem flachen Ziehweg beispielsweise die gesamte Breite der Piste nutzen und in langen Radien hinabfahren. Dabei so lange den Außenski belasten, bis du fast stehenbleibst.Nachdem du ein Gefühl dafür bekommen hast, kannst du auch versuchen, langgezogene Schwünge nur auf der Kante zu fahren. Um das Kantgefühl zu verbessern, hebst du in den Schrägfahrten jeweils das bergorientierte Bein leicht an und versuchst nur auf der Kante des Außenskis die Kurve zu fahren.Vorsicht! Immer auf andere Skifahrer achten, die den Berg herunter kommen!

Tipp 4: Weniger Hoch- und Tiefbewegungen

Anders als früher solltest du beim Carven keine ausgeprägten Hoch-Tiefbewegungen mehr machen, das stört nur den Bewegungsfluss beim Aufkanten. Die Ski sollen beim Kurvenwechsel unter dem Körper hindurch gleiten und nicht mehr komplett entlastet werden. Bestenfalls bewegst du dich nur soweit, um dich bei jeder Kurve zentral über dem Ski positionieren zu können. Eine kleine Vor-Hochbewegung über das werdende Außenbein beim Kurvenwechsel erleichtert das Lösen der Kante und bringt die Ski leichter in die Falllinie.

Um das zu kontrollieren, kannst du als Übung die Stöcke mit beiden Händen quer vor dem Körper halten und versuchen, sie bei jedem Schwung auf einer Ebene zu halten.

Tipp 5: Richtiger Stockeinsatz

Der Skistock wird häufig als „Rettungsanker“ benutzt.  Es wird versucht damit um die Kurve zu kommen oder er wird so fest in den Schnee gerammt, dass er auch als Slalomstange für den Hintermann dienen könnte. Grundsätzlich sollte der Stockeinsatz beim Skifahren eher der Unterstützung im Bereich des Umkantens dienen und dementsprechend auch sachte und gezielt eingesetzt werden. Im Grunde solltest du also auch Kurven komplett ohne Skistöcke fahren können. Wenn du sie aber einsetzt, dann richtig. Das heißt die Spitze wird nicht direkt neben dem Ski, sondern in Richtung Kurvenzentrum platziert.

Als Übung für einen harmonischen Einsatz des Skistocks kannst du versuchen, beide Stöcke gleichzeitig zu setzen. Dabei sollten deine Hände immer vorne im Blickfeld bleiben.

Tipp 6: Nicht ungeduldig werden

Häufig begehen Skifahrer einen klassischen Fehler schon zu Beginn der Kurveneinfahrt. Anstatt die Kurve rund auf der Kante laufen zu lassen, kürzen viele ab und meinen mit Drehbewegungen der Beine und/oder des Oberkörpers „schneller“ um die Kurve zu kommen. Fälschlicherweise führt das aber eher dazu, dass man ins Driften gerät. Bleib also geduldig und stabil in deiner Mittelposition und lass den Ski mal machen!

Dazu muss man aber auch sagen, dass für diese perfekte Kurvenfahrt eine gewisse Geschwindigkeit notwendig ist, denn wer von einer Kante sofort auf die andere wechselt, wird keine große Bremswirkung spüren. Deshalb solltest du, wenn du dir eine höhere Geschwindigkeit noch nicht zutraust, anfangs die Kurve wirklich bis zum Schluss ausfahren. Durch den vollständigen Radius läuft der Schwung schließlich parallel oder sogar leicht bergauf aus, was automatisch zu einer Drosselung der Fahrgeschwindigkeit führt.

Tipp 7: Gute körperliche Fitness

Ein Problem, das viele Skifahrer oft daran hindert in gleichmäßigen Schwüngen die Piste zu bezwingen, ist die fehlende körperliche Fitness. Eigenschaften, wie Kraft und Kraftausdauer sind elementar wichtig, um den Ski auf die Kante zu bringen, ihn dort auch zu halten und somit Sicherheit und Fahrstärke zu gewinnen. Dennoch starten Wintersportler oft „kalt“ in die Saison und vernachlässigen im Vorfeld eine gute Vorbereitung auf die Piste. Die Folge ist eine eher steife Grundposition und fehlende Körperspannung. Dabei ist es so einfach und überhaupt nicht so zeitaufwändig, wie du vielleicht denkst, ein Workout für die nötige Grundfitness in deinen Alltag zu integrieren.

Hol dir Tipps für ein Training zu Hause in unserem Beitrag Fit für die Piste oder check einfach mal die Sportclubs in deiner Nähe. Viele bieten während der Wintermonate Ski-Gymnastik für Anfänger und Fortgeschrittene an.

Tipp 8: Das richtige Material

Grundsätzlich wird ein mäßiger Skifahrer auch mit dem besten Material noch keine perfekten Schwünge ziehen können, aber dennoch wirken sich ein gut sitzender Skischuh und die passenden Ski positiv auf das Fahrverhalten aus.Ein gut präparierter Carving-Ski sollte einen Radius zwischen 10 und 20 Meter haben und auf jeden Fall auf dich angepasst sein (Größe und Gewicht). Haben deine Bretter den Sommer im Keller oder der Garage verbracht, solltest du ihnen eine Rundum-Erneuerung gönnen. Nichts behindert auf der Piste mehr, als stumpfe Kanten oder Ski, die bremsen und am Schnee festkleben!

Daneben spielen vor allem die Schuhe eine wichtige Rolle. Gut sitzende Skistiefel, die nicht drücken, scheuern oder kalte Füße verursachen, sind das A und O für einen schmerzfreien und erfolgreichen Tag auf der Piste. Denn wer schon nach der zweiten Abfahrt wunde Füße hat, wird auch sonst keinen Spaß am Fahren haben. Zu weiche Schuhe allerdings solltest du auch vermeiden, da sie die Kraftübertragung auf den Ski und die Kantstabilität erschweren.

Auch wenn Skijacke, Helm und Co. jetzt nicht direkt dein skifahrerisches Können beeinflussen, solltest du auch sie auf Schäden und Passform überprüfen. Du tust damit dir und deiner Sicherheit auf der Piste einen großen Gefallen!

Tipp 9: Sich Rat beim Profi holen

Jeder ist wohl auf die eine oder andere Weise in Kindertagen einmal in den Genuss von Skiunterricht gekommen. Sei es nun durch Ratschläge von Mama und Papa oder gemeinsam mit zehn anderen Anfängern in der Skischule.Was als Heranwachsender noch so einfach war – einfach rein in die Ski und ab geht’s – wird mit zunehmendem Alter immer schwieriger. Wer länger nicht mehr auf den Brettern gestanden ist, hat oft Angst vor einer Blamage oder einem Sturz mit schweren Verletzungen. Umso wichtiger ist es gerade für erwachsene Anfänger oder Wiedereinsteiger, sich zu Beginn einmal Rat von einem versierten Skilehrer zu holen. Oft können typische Anfängerschwierigkeiten schon nach kurzer Zeit behoben werden.

Aber auch Fortgeschrittene können sich hin und wieder mit Hilfe eines Skilehrers neue Tricks und Kniffe für noch mehr Sicherheit und Fahrgefühl aneignen. Bestenfalls solltest du dabei in 2er oder 3er Gruppen unterwegs sein, denn bei einer größeren Anzahl an Personen kommt oft die individuelle Beratung zu kurz.

Tipp 10: Skifahren, Skifahren, Skifahren

Radfahren lernen wir auf der Straße und auch nicht auf dem Heimtrainer. Genau so verhält es sich auch mit dem Skifahren. Nur daheim vor dem Spiegel die richtige Körperposition zu üben wird allein nicht zum Erfolg führen. Wer seine Technik verbessern will, muss rein in die Skistiefel und rauf auf die Piste. Am besten ist es, viele unterschiedliche Pisten zu befahren, mal mit hohem, mal mit langsamem Tempo, die Radien zu variieren, mit und ohne Stöcke, vorwärts, rückwärts usw. Dadurch wird dein Körpergefühl geschult und mit der Zeit weist du immer besser, wie du dich verhalten musst.Schließlich geht es bei einer guten Skitechnik nicht nur um die eigene Profilierung, sondern vor allem darum, bestimmte Situationen sicher meistern zu können und damit weder sich selbst noch andere Skifahrer in Gefahr zu bringen.

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