"GelebteTräume" - Mit beiden Beinen fest am Boden
„Theodul" - das war im frühen Mittelalter der Bischof von Sitten, der Hauptstadt des Kantons Wallis. Und er war und ist Schutzpatron der Walliser. So viel zum Namen. Natürlich hat auch dieses Hotel einen Hausprospekt, der auf den ersten Blick ausschaut wie viele andere, auf den zweiten Blick aber überrascht: Er verzichtet nämlich genau auf das, was ein Hausprospekt eigentlich soll: Eigenwerbung. Stattdessen führt er zum Lesen und Träumen. Beispiele gefällig? Unter dem Titel „Herzlich willkommen im Theodul" liest man nichts über die gute Lage, nichts über das perfekt geführte Haus. Unter dem Zwischentitel „Urlaubsstimmung" findet man die Zeilen „Die Freude im Herzen. Man spürt die Wärme, und in Gedanken ist man schon dort. Aussicht auf Ruhe und Erholung. Und Sie haben ein Ziel ..." Dietmar Walch Nein, das Besitzerehepaar Martina und Dietmar Walch war nie Teilnehmer eines Kurses „Werbelyrik für Fortgeschrittene", aber die beiden machen eben manches anders als andere. Zum Beispiel hat Dietmar erst als Mittdreißiger die Skilehrerprüfung abgelegt und übt diesen Beruf auch mit großer Freude aus. Das bedeutet, dass Frau Martina alleine das Haus führt. „Die Identität unseres Hauses definiert sich wahrscheinlich noch stärker als bei unseren Wettbewerbern durch unsere Stammgäste. Es gibt eine echte Verbundenheit zu vielen Familien, deshalb ist es bei uns besonders familiär." Jedenfalls ist das Walch´sche Selbstbewusstsein so groß, dass sie auf die durchaus übliche Aufzählung der Tugenden ihres Hauses verzichten können. Als da wären: gute Küche, viel Raum für rund 50 Gäste, 280 m2 Sauna und so weiter. Die Stammgäste wissen eh Bescheid, die anderen können sich ja ruhig überraschen lassen und sich ein eigenes Bild machen.